Cannabis auf Rezept – Jagdschein weg

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Das Gericht ist allerdings anderer Auffassung und stützt sich auf das Ergebnis des fachpsychologischen Gutachten. Demzufolge fehlt dem Jäger die „persönliche Eignung zum Waffenbesitz“. Auch bei medizinisch begründetem regelmäßigen Cannabis-Konsum sei ein verlässlicher Umgang mit Waffen und Munition nicht gewährleistet. Der Betroffene habe nicht belegt, dass eine Dauermedikation mit cannabinoiden Stoffen in der entsprechenden Dosierung zu keiner Zeit mit Leistungs- und Verhaltenseinschränkungen verbunden sei.

Die Richter begründen ihre Entscheidung zudem mit dem Fehlen klinischer Studien in ausreichend großer Stichprobengröße bei Cannabiskonsumenten mit spezifischer medizinischer Problemstellung ohne Drogenvorgeschichte, um ausreichend sichere Rückschlüsse über die Verwendung von Cannabis unter medizinischer Supervision zuzulassen. Es gebe daher keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, wonach sich die Wirkungsweisen des Rauschmittels bei medizinisch überwachtem Cannabis-Konsum von denen bei Cannabis-Missbrauch unterscheiden. Die ungünstigen Folgewirkungen des Cannabis-Konsums könne auch bei Gebrauch von Medizinalhanf jederzeit eintreten.

Das Gericht weist darauf hin, dass Feststellungen zur Frage der Fahreignung nicht unbesehen auf die waffen- und jagdrechtliche Eignung übertragbar seien, da beim Waffengesetz die sicherheitsrechtlichen Interessen wesentlich stärker als beim Fahrerlaubnisrecht im Vordergrund stünden.

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