Noweda-Umfage

Bürger wissen wenig über Apothekensterben APOTHEKE ADHOC, 16.07.2018 14:20 Uhr

Berlin - 

Kürzlich hat Noweda seine neue Kampagne für die Apotheken vor Ort gestartet. Mit dem Kampagnentitel „Alle 38 Stunden“ will der Arzneimittelgroßhändler auf die beständig sinkende Apothekenzahl hinweisen. Jetzt belegt eine ebenfalls von Noweda beauftragte Befragung, dass das Wissen über die Lage der Apotheken tatsächlich nur sehr lückenhaft ist: „Deutschlands Bevölkerung ist unzureichend über den Rückgang der Apothekenzahl informiert.“

Zu diesem Ergebnis kommt die von Noweda bei der GfK, Gesellschaft für Konsumforschung, in Auftrag gegebene Befragung. Zusätzlich fand die Umfrage auch in Apotheken statt. Die Ergebnisse sind nicht viel besser: Dass es Deutschland schon heute weniger Vor-Ort-Apotheken als im Durchschnitt der Europäischen Union gibt, ist nur wenigen bekannt. „Die Zahl der Vor-Ort-Apotheken ist mit 19.748 auf dem tiefsten Stand seit fast 30 Jahren – Tendenz weiter fallend. Diese Tatsache weist darauf hin, dass Deutschland auf dem Wege ist, eines der besten Apothekensysteme der Welt zu verlieren und die bisher funktionierende flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln über die Vor-Ort-Apotheken aufzugeben“, so Noweda.

Zusätzlich zur GfK-Erhebung wurde von Noweda-Apothekenmitgliedern bundesweit eine nicht repräsentative Patientenumfrage durchgeführt, an der sich mehr als 12.000 Apothekenkunden beteiligt haben. Die gestellten Fragen waren bei beiden Umfragen identisch. Die Ergebnisse beider Umfragen zeichnen ein klares Bild: Zum einen lässt sich aus den Daten ablesen, dass es ein deutliches Informationsdefizit der Bevölkerung über den massiven Rückgang der Vor-Ort-Apotheken gibt. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass die Befragten die Leistungen der Vor-Ort-Apotheke sehr schätzen und die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln erhalten möchten.

90,4 Prozent der über die GfK Befragten ist nicht bekannt, dass es in Deutschland weniger Apotheken gibt als im Durchschnitt der EU. Dass durchschnittlich in den letzten drei Jahren alle 38 Stunden eine Apotheke geschlossen hat, ist 90,7 Prozent nicht bewusst. 91,8 Prozent der repräsentativen Befragungsgruppe wusste nicht, dass sich die Anzahl der Apotheken in Deutschland auf dem tiefsten Stand der letzten drei Jahrzehnte befindet.

Die Menschen, die sich in den Apotheken der Noweda-Mitglieder an der Umfrage beteiligt haben, also offenbar eher „apothekenaffin“ sind, zeigten sich durchaus informierter. „Dennoch lassen sich auch hier an den Ergebnissen deutliche Informationsdefizite über die prekäre Lage der deutschen Vor-Ort-Apotheken ablesen“, so Noweda: Der Fakt, dass es in Deutschland bereits heute weniger Apotheken gibt als im EU-Durchschnitt, ist 63 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht bekannt. 62 Prozent wissen nicht, dass in den letzten drei Jahren in Deutschland im Durchschnitt alle 38 Stunden eine Apotheke schließen musste und 60 Prozent wissen nicht, dass sich die Anzahl der Apotheken auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren befindet.

Gleichzeitig werde in beiden Umfragen sehr deutlich, dass die Leistungen der Vor-Ort-Apotheken intensiv in Anspruch genommen werden. Laut der GfK-Umfrage nutzten schon gut zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten Nacht- oder Notdienste an Sonn- und Feiertagen der Vor-Ort-Apotheken. Diese Leistungen haben laut Patientenumfrage in den Apotheken bereits mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten in Anspruch genommen.

Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Akutversorgung aus: 94 Prozent der GfK-Befragten nutzen diesen Service und haben schon direkt nach dem Arztbesuch Medikamente in der Apotheke vor Ort bezogen. In der Patientenumfrage nahmen sogar 96 Prozent diese Leistung wahr.

Mehr als 4 von 5 Teilnehmern der GfK-Umfrage (82 Prozent) haben bereits die persönliche Beratung in der Apotheke in Anspruch genommen. Die Patientenumfrage in den Apotheken der Noweda-Mitglieder kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als 19 von 20 Befragten (95 Prozent) schon einmal die persönliche Beratung genutzt haben.

Im Notfall oder Krankheitsfall eine Apotheke in erreichbarer Nähe zum Wohnort zu haben, wurde innerhalb der GfK-Umfrage von 98 Prozent der Befragten als sehr wichtig beziehungsweise wichtig erachtet. Bei der Patientenumfrage ist das Ergebnis noch deutlicher: Nur 0,1 Prozent der Umfrageteilnehmer schätzen diesen Punkt als nicht wichtig ein.

Die aktuelle Noweda-Anzeigenkampagne „Alle 38 Stunden“ ist mehrteilig angelegt und wird bis Jahresende mehrfach mit immer neuen Bildmotiven im Focus erscheinen. Verschiedene Testimonials bringen die Botschaften der Noweda zum Leser, wie zum Beispiel: „Alle 38 Stunden schließt in Deutschland eine Apotheke. Für immer.“ Oder: „Muss ich Angst haben, ob es die Apotheke in meiner Straße morgen noch gibt?“