Beratung spart Milliarden

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Mehr als 84 Prozent benutzen laut Umfrage keine Hilfsmittel, die an die Medikamenteneinnahme erinnern. Nur etwa 3 Prozent bekommen demnach Hilfe von Dritten. Als Hauptgrund für die Regelmäßigkeit der Einnahme wurde die Beratung durch den Apotheker an erster Stelle genannt mit 58,3 Prozent. Doch die zusätzlichen Interventionen hatten ebenfalls einen Effekt: Die Motivation durch den Apotheker war für 18 Prozent der Grund, die Medikamente regelmäßig einzunehmen. Das eigene Aufschreiben der Einnahme für 15,8 Prozent. An letzter Stelle kam das Merkblatt mit 6,5 Prozent.

„Apotheker sind Vertraute des Patienten“, sagt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) und Schirmherr der Studie. Ihm zufolge können Apotheker die Kosten im Gesundheitssystem signifikant durch die Verbesserung der Compliance senken. „Dieses Potenzial kann sich nur entwickeln, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, erklärt er. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Krankenkassen und Politik die Kompetenzen der Apotheker sehen und demnach auch die Kosten bestimmter Dienstleistungen in der Apotheke wie Ernährungs-, Impf- und Schwangerenberatung übernehmen. „Wir Apotheker können mehr als wir dürfen“, so Becker.

Laut Dr. Traugott Ullrich, Geschäftsführer des Studiensponsors Dr. Willmar Schwabe seien die Patienten dank des technischen Fortschritt autonomer geworden und hätten sich zu „Selbstoptimierern“ entwickelt, die besser aufgeklärt seien und sich mehr um ihre Gesundheit kümmerten. Ullrich sieht im Apotheker einen „kompetenten Lotsen“, der den Patienten bei der Bewertung seiner „ungefilterten“ Informationen aus dem Internet unterstützt. „Die Apotheke vor Ort sollte sich auf die Kundenbindung konzentrieren. Das kann eine Internetapotheke nicht“, argumentiert Ullrich.

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