Apothekerkammer beklagt Engpässe

, , Uhr aktualisiert am 14.09.2018 16:42 Uhr

Diesen Vorwurf weisen die Kassen zurück. „Es ist nicht zutreffend, dass Rabattverträge Kostendruck aufbauen, dem sich die Pharmahersteller unterordnen müssten. Die Pharmaindustrie ist lange vor den erst 2007 eingeführten Rabattverträgen an günstige Produktionsstätten abgewandert“, sagte der Sprecher der AOK Niedersachsen, Carsten Sievers. Hintergrund sei vielmehr, dass die Pharma-Unternehmen eine Just-in-Time-Produktion aufwendiger und teurer Lagerhaltung vorziehen.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) sieht keinen Zusammenhang zwischen Lieferengpässen und Rabattverträgen. Diese kämen bei der TK sehr selten vor. Rabattverträge seien im Gegenteil ein gutes Instrument, um Lieferausfälle zu vermeiden, sagte TK-Sprecher Dennis Chytrek.

Der Kostendruck der Pharmaunternehmen „geht – wie man am Fall Valsartan gesehen hat – dann gegebenenfalls auch zulasten der Qualität“, betonte Kammerchefin Linz. Nach Schätzung der Bundesregierung könnten im vergangenen Jahr etwa 900.000 Patienten das verunreinigte Mittel Valsartan eingenommen haben. Anfang Juli hatten Aufsichtsbehörden in Europa einen Vertriebsstopp und vorsorglichen Rückruf des Blutdrucksenkers angeordnet.

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