„Apotheker haben zu wenig Widerstand geleistet“

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Auch den Versandhandel aus dem Ausland mit Rx-Medikamenten will sie verbieten. Bleibe er legal, seien die Folgen dramatisch. „Dann werden vor allem die Apotheken auf dem Land schließen müssen. Die Konkurrenz aus dem Internet ist viel zu groß.“ Der Politik stelle sich nur eine Alternative: „Will ich dem Versandhandel komplett die Macht überlassen oder sehe ich es als staatliche Aufgabe, das Gesundheitswesen zu sichern?“

Ihren Berufsstand sieht Gabelmann mit in der Verantwortung: „Die gesamte Apothekerschaft hat versucht, nach den Reformen im jeweils neuen Rahmen irgendwie zu funktionieren. Sie hat viel zu wenig Widerstand geleistet.“ Jetzt werde es umso schwerer, die Auswirkungen des Versandhandels abzuwenden. Prekäre Verhältnisse gebe es auch in der Kranken- und der Altenpflege. „Wir müssen da gemeinsam, über alle Bereiche hinweg Widerstand leisten und dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen.“

Im Bundestag versteht sie sich als Ansprechpartnerin für die Apotheker. Noch sind in der neuen Fraktion die Zuständigkeiten nicht verteilt. „Ich werde aber versuchen, in den Gesundheitsausschuss zu kommen.“ Als wissenschaftliche Mitarbeiterin konnte Gabelmann schon Erfahrungen mit dem viel beschworenen „Raumschiff Berlin“ sammeln. „Der Bundestag ist ein abgeschlossener Mikrokosmos, da kann man nur staunen. Mit der realen Welt haben viele Abgeordnete nichts mehr zu tun.“ Das soll ihr nicht passieren. „Ich will in engen Kontakt mit den Basisgruppen bleiben und mich von ihnen weiter mit Informationen versorgen lassen.“

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