„Apotheker haben zu wenig Widerstand geleistet“

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Die verschlechterten Bedingungen wirkten sich auch auf die Zusammenarbeit mit den Ärzten aus. „Ich finde, dass die Kommunikation wesentlich schlechter geworden ist“, sagt Gabelmann. „Wenn ich mal eine Nachfrage wegen einer Verordnung hatte, reagierte das Personal in den Praxen häufig sehr genervt. Das schien mir auch von Hilflosigkeit mit den Bedingungen geprägt.“

Gabelmann würde das Gesundheitssystem auf völlig neue Füße stellen. „Die Rabattverträge würde ich komplett abschaffen und eine Positivliste einführen. Es ist niemanden verständlich zu machen, warum es zum Beispiel ASS von 20 verschiedenen Firmen geben muss.“

Doch sie denkt auch in größeren Linien: „Ich möchte ein solidarisches Gesundheitssystem mit einer Kasse, in die alle gleichermaßen einzahlen, auch Beamte oder Abgeordnete, ohne Beitragsbemessungsgrenze. Wenn genug Geld da ist, kann man auch die Arbeitsbedingungen in den Apotheken verbessern“, sagt Gabelmann. „Das gilt nicht nur für die Angestellten. Auch Inhaber arbeiten an die 60 bis 70 Stunden in der Woche. Die Apotheke ist schon lange nicht mehr der Goldesel, für den ihn viele heute noch halten.“

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