Apotheken gefragt: Bundesregierung setzt auf Schnell- und Laientests

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Die konkrete Öffnungsstrategie soll eine Arbeitsgruppe auf Ebene von Bundeskanzleramtschef Dr. Helge Braun (CDU) und der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien vorbereiten. Priorität haben demnach Kinder und Jugendliche – als erstes sollen deshalb Kitas und Schulen wieder geöffnet werden. „Vermehrt sollen auch Schnelltests den sicheren Unterricht ermöglichen und Infektionsrisiken minimieren.“ Hier dürfte also vor allem auf Apotheken eine Aufgabe zukommen, die sich bisher immer stärker angedeutet hat: Durch die Änderung der Testverordnung des Bundes und damit die Möglichkeit der Beauftragung von Apotheken durch das Gesundheitsamt – oder wie in Baden-Württemberg sogar pauschal durch das Sozialministerium – wurden in den vergangenen Wochen die Möglichkeiten für Apotheken ausgebaut, in öffentlichen Einrichtungen Reihentests durchzuführen und direkt mit dem Staat abzurechnen.

Diese neuen Testmöglichkeiten sollen laut Beschussvorlage nicht nur den Jüngsten, sondern auch den Ältesten zugutekommen: Bund, Länder und Kommunen sowie die sozialen Träger hätten „in einer gemeinsamen Anstrengung“ die Durchführung von Schnelltests in Alten- und Pflegeeinrichtungen vorangetrieben. „Vor diesem Hintergrund bitten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder die Gesundheitsministerkonferenz, zeitnah Empfehlungen vorzulegen, in welchem zeitlichen Abstand zur Zweitimpfung und mit welchem Testkonzept die Besuchsregeln für die Einrichtungen wieder sicher erweitert werden können.“

Im letzten Vierteljahr sei nicht nur gelungen, durch einen weiteren Aufbau der PCR- Laborkapazitäten mittlerweile bis zu zwei Millionen Tests pro Woche durchzuführen, sondern auch PoC- Antigen-Schnelltests für den Gebrauch durch geschultes Personal millionenfach verfügbar zu machen. Schätzungen gehen demnach von 15 bis 35 Millionen durchgeführten Schnelltests in Deutschland allein im Januar aus.

Der nächste Schritt sind nun die Laientests. „Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sehen in Schnelltests zur Selbstanwendung ein weiteres geeignetes Mittel zur Steigerung der Testkapazitäten in Deutschland“, heißt es in dem Papier. Die rechtliche Grundlage für deren Vertrieb hatte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) durch die Anpassung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung (MPAV) geschaffen. Allerdings ist auch der Bundesregierung klar, dass das nicht viel bringt, wenn es noch keine zugelassenen Tests gibt. Deshalb soll dort Druck gemacht werden: „Sobald Hersteller entsprechender Selbsttests, die für den Gebrauch ohne vorherige Schulung vorgesehen sind, eine Zulassung beantragen, wird der Bund diese zügig prüfen und bei erfolgreicher Prüfung zulassen“, so die Beschlussvorlage. Wichtig sei dabei allerdings dennoch der Nachweis ausreichender Qualität, „denn eine zu große Zahl falsch-negativer Testergebnisse im Selbsttest kann fatale Folgen haben“.

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