Apotheken bestellen Phantom-Impfstoff

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Dem Vernehmen nach hat Mylan bei D.S.C. den Zuschlag erhalten; der Generikakonzern hat sich nicht nur über Rabattverträge weite Teile des Marktes gesichert, sondern war auch in Berlin bereits in den vergangenen Jahren als einer von zwei Partnern mit dabei. Dass er in der kommenden Saison Influvac tetra liefern soll, wäre schon deshalb bemerkenswert, weil der quadrivalente Impfstoff noch gar nicht auf dem Markt ist. Bereits jetzt hat sich der Hersteller aber laut Vertrag zur Einhaltung der Liefertermine und -mengen verpflichtet. Fällt er aus, steht den Apotheken ein Schadenersatz insbesondere mit Blick auf eine angemessene Ersatzbeschaffung zu.

Bis zum 12. März sollen die Ärzte die Bestellungen in den Apotheken einreichen; die Kollegen sollen die Praxen daher möglichst frühzeitig ansprechen. Allerdings weist der BAV darauf hin, dass die Impfstoffe unterschiedliche Zulassungen für unter 18-Jährige haben. Mindestens 10, maximal 250 Impfdosen dürfen auf einem Rezept über Sprechstundenbedarf stehen, bei höherem Bedarf sind mehrere Rezepte auszustellen. Bis zum 31. Mai 2019 müssen alle Rezepte bei der AOK Nordost zur Abrechnung eingereicht sein. Verordnet der Arzt einen bestimmten Impfstoff oder eine bestimmte Applikationsart, etwa nasal (Fluenz tetra), muss die Apotheke sich dies ausdrücklich bestätigen lassen und einen Kostenvoranschlag bei der AOK Nordost einholen.

Bei welchen Impfungen die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, ist in der Schutzimpfungsrichtlinie geregelt. Zuständig ist der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA). Zwar endet die Frist für eine Entscheidung bezüglich des quadrivalten Grippeimpfstoffs erst im April. Doch bereits kurz nach Veröffentlichung der neuen STIKO-Empfehlung im Epidemiologischen Bulletin hatte der Vorsitzende Josef Hecken Medienberichte zurückgewiesen, in denen über eine Nichtumsetzung und damit verbunden eine schlechtere Behandlung von Kassenpatienten gemutmaßt wurde.

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