AOK: Rx-Versand ist „Scheingefecht“

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In eine ähnliche Richtung argumentierte Danner. Die Arzneimittelversorgung werde sich aufgrund der Digitalisierung ohnehin weiterentwickeln. „Wir bekommen ein sehr differenziertes Bild.“ Das Argument, dass Boni gegen das Sachleistungsprinzip der GKV verstießen, wollte Danner so nicht gelten lassen: Auch Zuzahlungen und Aufzahlungen hätten mit dem Sachleistungsprinzip nichts zu tun. Daher verstünden sich die Patienten als Marktteilnehmer und „nehmen Vorteile durch Boni in Kauf“.

Für den BAH-Vorstandsvorsitzenden Jörg Wieczorek gibt es dagegen keine Grund, von einem Rx-Versandverbot abzurücken. Der durch das EuGH-Urteil entstandene Wettbewerbsvorteil ziehe „riesige strukturelle Probleme“ nach sich. Der OTC-Anteil von inzwischen 12 bis 15 Prozent des Versandhandels zeichne die Entwicklung für den Rx-Versand vor.

Aktuelle Marktzahlen seien kein Argument für eine Entwarnung, sagte auch Professor Dr. Uwe May von der Fachhochschule Fresenius. „Solche Prozesse brauchen Zeit. Patienten ändern ihr Verhalten nicht von heute auf morgen.“ Es gelte zu beobachten, ob Apotheken vor Ort sich in Zukunft noch halten könnten und noch von den Patienten in Anspruch genommen würden.

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