ABDA: Über 300 Millionen Euro für neue Dienstleistungen

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Ausführlich befasst sich die ABDA mit Abgabestellen: Die gesetzgeberische Intention, das System der Arzneimittelversorgung durch Präsenzapotheken und deren Botendienst sowie ergänzenden Versandhandel nicht durch weitere Abgabeformen ausfasern zu lassen, „wird von uns nachdrücklich unterstützt“. Die vorgesehene Regelung sei aber nicht ausreichend: „Die Nutzung von Abgabestationen oder -fächern, die mit den Betriebsräumen der Apotheke verbunden sind, sollte aus diesen Gründen ebenfalls einem ausdrücklichen Verbot unterworfen werden. Unseres Erachtens besteht für eine Abgabe durch Abgabefächer der Apotheke neben der Abgabe in den Betriebsräumen und der Belieferung durch Boten unter den erleichterten Voraussetzungen auch kein Bedarf mehr.“ Vielmehr sollte angesichts der systematischen Unterschiede zwischen Versandhandel und Präsenzversorgung daran festgehalten werden, dass ein maßgebliches Kennzeichen der Präsenzversorgung der persönliche Kontakt zwischen Patienten und dem Apothekenpersonal sei.

Sofern dieser Anregung nicht gefolgt werde, fordert die ABDA, dass die „erforderliche Beratung nicht regelhaft im Wege der Telekommunikation erbracht werden darf“. Durch die vorgesehene Formulierung bestehe die Gefahr, dass künftig die Beratungspflicht des Apothekers generell einschränkend dahingehend interpretiert werde, dass eine telepharmazeutische Beratung auch bei der Abgabe im Rahmen der Präsenzversorgung regelhaft ausreicht. Nachdem die persönliche Beratung nach wie vor die umfassendste Möglichkeit sei, arzneimittelbezogene Probleme des Patienten im Rahmen seiner Arzneimitteltherapie aufzudecken und zu lösen, sollte die Beratung im Wege der Telekommunikation durch die Apotheke auf den begründeten Einzelfall beschränkt bleiben.

Um den Botendienst gegenüber dem Versandhandel zu stärken, wird er mit dem VOASG neu geregelt. Künftig soll eine Lieferung per Boten nicht mehr nur im Einzelfall, sondern grundsätzlich möglich sein. „Die Stärkung des Botendienstes sollte jedoch nicht dazu führen, dass Dritten die Möglichkeit eröffnet wird, in organisiertem Umfang an derArzneimittelversorgung durch die Präsenzapotheke zu partizipieren.“ Der Bote müsse arbeitsvertraglich zum Personal der abgebenden Apotheke gehören. Im Gesetz müsste die Zustellung daher durch „Personal der Apotheke“ festgelegt werden und nicht wie derzeit durch den „Boten einer Apotheke“. Zudem fordert die ABDA eine verpflichtende pharmazeutische Beratung auch bei OTC-Medikamenten vorzusehen. Außerdem fordert die ABDA Temperaturkontrolle für den Versand – auch aus dem Ausland – verpflichtend zu regeln und die Einhaltung der Standards zu kontrollieren.

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