ABDA: Keine Lieferdienste, keine Abholfächer, keine Rezeptmakler

, Uhr aktualisiert am 08.05.2019 11:39 Uhr

Die Beschränkung auf Versicherte mit einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung sieht die ABDA kritisch, da sie gerade diejenigen Patienten ausschließe, bei denen der Einsatz besonders sinnvoll sei. Laut Chroniker-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist als Tatbestandsmerkmal nämlich eine kontinuierliche medizinische Versorgung festgelegt, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit verursachte Gesundheitsstörung eintritt.

„Die Möglichkeit der Ausstellung eines Wiederholungsrezepts steht damit in vielen Fällen von vornherein im Widerspruch zu der erforderlichen engen ärztlichen Überwachung, die im Rahmen der Behandlung einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung notwendig sein kann. Umgekehrt könnten gut eingestellte Patienten mit einer chronischen Erkrankung bei einer Begleitung durch den/die Apotheker/in von der Möglichkeit der wiederholten Abgabe auf die Verschreibung profitieren“, schreibt die ABDA.

Pharmazeutische Dienstleistungen sollten definiert werden als „Dienstleistungen, die das pharmazeutische Personal der Apotheke erbringt und die der Gesundheit dienen, insbesondere indem sie die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen, oder die die Gesundheit fördern“. Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme, die Beschreibung von Qualität und Umfang, die Vergütung und die Abrechnungsmodalitäten sollten in einem Rahmenvertrag konkret geregelt werden. Statt 20 sollten 43 Cent pro Packung eingesammelt werden, die Beträge sollten umsatzsteuerfrei sein und die Verteilung konkret geregelt werden.

Bei Modellvorhaben zu Grippeimpfungen sollten alle Apotheken in einer bestimmten Region teilnehmen können, schon um relevante Fallzahlen für die geforderte Analyse zu erhalten. Die Bundesapothekerkammer soll ein Curriculum erstellen und – neben RKI und PEI – eine Stellungnahme zu den Verträgen abgeben dürfen.

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