Rabattverträge

500-Euro-Retax: Kasse muss keine Auskunft erteilen Patrick Hollstein, 02.01.2019 09:55 Uhr

Schließlich schütze die Geheimhaltung den Hersteller auch vor überzogenen Forderungen: Hätten andere Krankenkassen Kenntnis über den konkreten Rabatt, wüssten sie, zu welchen Konditionen Astellas bereit war, eine individuell ausgehandelte Rabattvereinbarung zu schließen. Andere Krankenkassen wären dann womöglich nicht gewillt, einen geringeren Betrag zu akzeptieren – Astellas wäre in der Rabattgestaltung nicht mehr so frei wie Wettbewerber.

Grundsätzlich gilt: Ist das Original mit gesetztem Aut-idem-Kreuz verordnet, hat der Rabattvertrag der Kasse Vorrang. Ist der Import rabattiert, muss ausgetauscht und der Rabattvertrag bedient werden. Gleiches gilt im umgekehrten Fall: Rabattiertes Original hat Vorrang vor nicht rabattiertem Import. Nicht austauschen muss die Apotheke, wenn ein Generikum rabattiert ist.

Apotheker können das gesetzte Aut-idem-Kreuz nur ignorieren, wenn der Arzt eine ausdrückliche Arzneimittelverordnung vorgenommen hat – also den genauen Produktnamen und die PZN samt Hersteller rezeptiert hat – und einen zusätzlichen Vermerk vorgenommen hat. Geeignet ist beispielsweise: „aus medizinisch-therapeutischen Gründen kein Austausch“.

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