Erster Landkreis impft Erzieher und Grundschullehrer

3,2 Millionen Dosen: AstraZeneca-Impfstau wächst

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Eine grundsätzliche Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffs für Menschen abseits der Vorranggruppen lehnt die Bundesregierung derzeit ab. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt eine weniger starre Priorisierung für Astrazeneca ins Gespräch gebracht, um den Rückstand möglichst schnell abzubauen. Außerdem regte er am Montag an, Hausärzte, Betriebsärzte oder Schulärzte Astrazeneca auch abseits der Impfzentren impfen zu lassen. „Der Impfstau von Astrazeneca kann sofort aufgelöst werden“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Es gebe etwa sechs Millionen pflegende Angehörige, die auf ihr Impfangebot warten. „Doch bisher passiert hier nichts.“

Das Präparat von Astrazeneca weist Studien zufolge eine etwas geringere Wirksamkeit auf als die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Außerdem wird es von der ständigen Impfkommission (Stiko) in Deutschland – anders als von der EU-Arzneimittelbehörde EMA – bisher nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen. Die Stiko kündigte jedoch an, ihr Empfehlung zeitnah zu überdenken. Dann könnte Astrazeneca auch für ältere Menschen genutzt werden.

In der Frage nach der öffentlichen Impfung von Politikerinnen und Politikern, um das Image des Astrazeneca-Impfstoffs aufzupolieren, zeigte sich die Bundesregierung zurückhaltend. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich derzeit nicht im Fernsehen mit Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen, wie Seibert deutlich machte. Das hatte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, vorgeschlagen. Seibert erläuterte, Merkel habe immer wieder gesagt, sie lasse sich dann impfen, wenn sie an der Reihe sei. Merkel sei zudem 66 Jahre alt, und derzeit sei der Impfstoff nur für Unter-65-Jährige empfohlen, so Seibert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hingegen würde sich „sofort mit Astrazeneca impfen lassen“, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sowohl Seibert als auch Müller wiesen auf die Sicherheit des Impfstoffs hin.

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