Zulassungsantrag: Antikörper gegen Alzheimer

, Uhr

Aducanumab stammt aus B-Zellen von gesunden älteren Patienten ohne kognitive Beeinträchtigungen oder kognitiv beeinträchtigten älteren Patienten mit einer ungewöhnlich langsamen Abnahme der entsprechenden Fähigkeiten. Der Wirkstoff ist eine Entwicklung von Biogen und Eisai. Aducanumab bindet lösliche Oligomere und Ablagerungen von fibrillärem Amyloid-β mit hoher ZNS-Penetration. Einige Experten sehen in den Eiweiß-Ablagerungen die Hauptursache für die Alzheimer-Erkrankung, da sie neurodegenerativ wirken, Entzündungsreaktionen auslösen und letztlich die Signalübertragung im Gehirn behindern.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse plant Biogen nun doch eine Zulassung: Der Antrag bei der FDA soll bereits Anfang 2020 eingereicht werden. Außerdem werde der Dialog mit anderen Aufsichtsbehörden, darunter Europa und Japan, fortgesetzt. Aducanumab wäre die erste verfügbare Alzheimer-Therapie: Bislang gibt es noch kein Arzneimittel, das die Krankheit heilen kann. In der Therapie kommen beispielsweise Acetylcholinesterase-Hemmer zum Einsatz, die den Abbau von Acetylcholin an der Synapse verzögert. Der Transmitter sorgt für die Signalübertragung an der Nervenzelle. Außerdem kann der NMDA-Antagonist Memantin die Nervenzellen vor einem übermäßigen Einstrom des Neurotransmitters schützen. Eine Überbelastung soll zu einem Absterben der Nervenzellen führen. Weiterhin können Ginkgo-Präparate in der Behandlung der Alzheimer-Krankheit verwendet werden.

Im Bereich Alzheimer wird vielseitig geforscht: So hat das Biotech-Unternehmen Axon Neuroscience im Oktober neue Ergebnisse der Phase-II-Studie für „AADvac1“ bekanntgegeben – den ersten Impfstoff seiner Klasse, der das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen soll. Axon untersuchte in der Phase-II-Studie „Adamant“ AADvac1 an 196 Patienten in acht europäischen Ländern über einen Zeitraum von 24 Monaten, um die krankheitsmodifizierende Wirkung des Impfstoffs zu belegen und die Gestaltung zukünftiger Bestätigungsstudien zu unterstützen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Mehr aus Ressort
Gendeffekt verursacht Schmerzen
Endometriose: Neuer Therapieansatz »
Weiteres