Vitamin D gegen Corona: Was ist dran?

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Denn viel hilft nicht immer viel: „Wenn Kunden mit dem Wunsch nach einer höheren Dosierung in die Apotheke kommen, sollte man das schon begrenzen.“ Die Grenze liege bei maximal 4000 I.E pro Tag: Selbst bei einer Dosis von 10.000 I.E habe man zwar keine Nebenwirkungen beobachtet, aber dennoch einen gewissen Puffer zur Sicherheit eingebaut. „Überdosierungen sind extrem selten“, berichtet Pilz. „Wenn im Körper zu viel vorhanden ist, wird es abgebaut – der Körper reguliert da schon mit.“ Bei extrem hohen Dosen würde zunächst der Calcium-Spiegel im Harn ansteigen, später dann auch im Blut. Das könne zu Übelkeit und im schlimmsten Falle schließlich auch zu Nierenschäden führen. In der Praxis sei dies jedoch nicht zu erwarten – selbst bei höheren Dosierungen.

Welches Präparat ist das richtige?

Ein weiterer Aspekt, bei dem sich die Geister scheiden, ist die tägliche oder wöchentliche Einnahme von Colecalciferol. „Ich empfehle primär die tägliche Gabe, weil es dazu die beste Datenlage gibt“, meint Pilz. Außerdem sei diese Form der Einnahme am natürlichsten. Denn die in Nahrungsergänzungsmitteln enthaltene Vorstufe von Vitamin D habe eine Halbwertszeit von unter einem Tag. Bei einer schlechten Compliance könne jedoch auch auf die wöchentliche Einnahme gesetzt werden, statt gänzlich auf die Zufuhr zu verzichten.

Der Darreichungsform sind mittlerweile keine Grenzen gesetzt, das Angebot ist groß und reicht von der klassischen Tablette über Tropfen bis hin zum praktischen Spray. Doch gibt es Unterschiede in Bezug auf die Wirkung und Bioverfügbarkeit? „Vitamin D wird extrem gut aufgenommen“, erklärt Pilz. Deshalb habe die Darreichungsform keine große Relevanz. „Früher wurde häufig empfohlen, es zu einer fetthaltigen Mahlzeit einzunehmen – aber auch das ist mittlerweile überholt.“

Vitamin D findet sich außerdem in zahlreichen Kombi-Präparaten. „Wenn Empfehlungen gemacht werden, setzt man erstmal voraus, dass die anderen Nährstoffe ausreichend vorhanden sind“, erklärt Pilz. Daher müssten solche Präparate je nach Einzelfall betrachtet werden.

Da viele Menschen unter einem Magnesium-Mangel leiden, könne auch dieser gut mit in die Beratung aufgenommen werden. „Viele Enzyme von Vitamin D haben Magnesium als Co-Faktor.“ Daher sei auch hier eine ausreichende Versorgung wichtig. Die Kombination mit Vitamin K2 sieht der Endokrinologe kritisch, da bislang keine eindeutigen Daten für eine verbesserte Wirkung vorlägen.

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