Vitamin D gegen Corona: BfR bleibt skeptisch

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Das Bundesinstitut warnt in der Mitteilung vor allem vor den möglichen gesundheitlichen Risiken einer eigenständigen Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. „Höhere Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Kontrolle und unter Berücksichtigung des individuellen Vitamin-D-Status erfolgen“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Instituts. Bei einer Einnahme von bis zu 20 µg seien „gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht zu erwarten“.

Das Institut gibt am Ende der Mitteilung auch eine klare Einstufung von Nahrungsergänzungsmitteln generell: „Nahrungsergänzungsmittel sind nicht dazu bestimmt, eine Erkrankung zu heilen oder zu lindern. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel, die die normale Ernährung ergänzen können. Sie müssen sicher sein und dürfen keine gesundheitlich unerwünschten Wirkungen haben.“

Vitamin D – ein Thema das polarisiert

Vitamin D wird immer wieder als mögliche Therapieoption bei zahlreichen Erkrankungen erwähnt. Die Pandemie bietet dem Stoff erneut eine Bühne. Ein Mangel an Vitamin D wurde bereits im vergangenen Sommer in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf gebracht. Einige Mediziner, darunter auch Professor Dr. Hans-Konrad-Biesalski von der Universität Hohenheim, empfahlen damals ein generelles Screening des Vitamin-D-Haushaltes bei hospitalisierten Covid-Patienten.

Rund ein Jahr später wurde diese Empfehlung aber nicht in die S3-Leitlinie zur Behandlung von Corona-Patienten im Krankenhaus aufgenommen. In der fünften Fassung heißt es: „Vitamin D3 soll bei hospitalisierten Covid-19-Patienten zur Covid-19-Behandlung nicht verabreicht werden.“ Die Studienlage sei unzureichend: „In die Bewertung von Vitamin D3 konnte aufgrund des Mangels an veröffentlichten randomisiert kontrollierten Studien zum Zeitpunkt der Erstellung des Evidenzprofils nur eine Studie mit insgesamt 76 Patienten einbezogen werden.“ Und in dieser Studie zeigte die Gabe des Vitamins keine therapeutischen Vorteile im Vergleich zur Standardtherapie.

 

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