Substitutionstherapie stirbt aus

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Spezialisierter Nachwuchs fehlt

Nun warnen die Fachgesellschaften zudem vor möglichen ärztlichen Engpässen im Substitutionsbereich: Die Versorgung von heroinabhängigen Menschen mit Substitutionstherapien in Deutschland sei auf Dauer nicht mehr gewährleistet. Daher haben sich unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Ner­ven­heilkunde, der Dachverband Substituierender Ärzte und die Deutsche Aids-Gesellschaft zusammengeschlossen um gemeinsam einen Zehn-Punkte-Plan zu erstellen, der die Versorgung weiter gewährleisten soll. Drogenbeauftragte Ludwig unterstützt die Initiative.

Grund für den zukünftigen Mangel sei vor allem, dass viele Substitutionsärzte in den Ruhestand gehen. Für den ärztlichen Nachwuchs sei diese Spezialisierung nicht attraktiv genug. „Das Klien­tel gilt als schwierig, mit den Drogenkonsumenten werden auch die Praxen stigmatisiert. Der bürokratische Aufwand zur Gewährleistung der Betäubungs­mittel­sicherheit ist hoch, die Vergütung bescheiden“, erklären die Fachgesellschaften. Schon jetzt werde nur etwa die Hälfte der Opioidabhängigen erreicht, zukünftig könnten es noch weniger Suchtkranke werden, die optimal mit der Substitutionsbehandlung versorgt werden.

Versorgung muss gewährleistet bleiben

Um den ärztlichen Nachwuchs zu fördern, sei vor allem eine angemessene Bezahlung für Praxen und Ambulanzen notwendig. Außerdem könnten leicht erreichbare Angebote auch in Drogenhilfeeinrichtungen angeboten werden. „Für eine effiziente Vergabe der Medikamente könnten außer­dem Apotheken, Suchtklini­ken und Pflegeheime genutzt werden, wie es teilweise in anderen Ländern bereits üblich ist“, empfehlen die Verbände.

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