Spermidin: Mit Autophagie gegen Demenz

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„Das Polyamin Spermidin ist tatsächlich die bisher einzig bekannte natürliche Substanz, die in unterschiedlichsten Organismen die Autophagie induziert und gleichzeitig von Natur aus im menschlichen Körper vorkommt“, bestätigte Assistenzprofessor Tobias Eisenberg vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz. Zusammen mit seinem Team konnte Eisenberg herausfinden, dass Spermidin spezifische Acetyltransferasen hemmt, was wiederum die Transkription autophagierelevanter Gene, ATG, sowie die Aktivität der autophagieregulierenden ATG-Proteine stimuliert.

Die Substanz wird zum einen von Zellen des Körpers synthetisiert, zum anderen wird das Polyamin auch in größeren Mengen über die Nahrung aufgenommen und von Darmbakterien produziert. Im Alter sinkt die Spermidin-Konzentration im Blut und einigen Körpergeweben jedoch – vermutlich aufgrund einer abnehmenden Spermidinsynthese. Eine vermehrte Zufuhr des Polyamins könnte diesen Verlust wieder ausgleichen. „Womöglich am besten in Form eines Supplements, da der Spermidingehalt in Lebensmitteln stark variiert und häufig unzureichend untersucht ist“, erklärt Eisenberg.

Neueste epidemiologischen Studien zufolge könnte eine zusätzliche Aufnahme im Milligrammbereich schon ausreichen, um gesundheitsfördernde Effekte zu erzielen. In zahlreichen präklinischen Studien und ersten Humanstudien wurden unter anderem protektive Effekte im Zusammenhang mit neurodegenerativen und kardiovaskulären Erkrankungen einer spermidininduzierten Autophagie beobachtet. „Sehr vielversprechend sind aktuell Humanstudien, die eine Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch Spermidinsupplementation untersuchen“, erklärte Eisenberg.

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