Spahn bestellt Standard-Grippeimpfstoffe

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Den Verzicht auf Efluelda begründet das BMG damit, dass davon ausgegangen wurde, dass der Impfstoff aufgrund des G-BA-Beschlusses im Rahmen der Regelversorgung in ausreichender Menge beschafft und zur Verfügung stehen wird. „Eine zusätzliche Beschaffung über den Bund wird daher nicht für notwendig erachtet.“

Sanofi hatte für Efluelda, den ersten und bislang einzigen hochdosierten tetravalenten Influenza-Impfstoff speziell für ältere Menschen ab 60 Jahren, im vergangenen Jahr die Zulassung erhalten. Die Vakzine war in US-Aufmachung bereits ein wesentlicher Bestandteil der Nationalen Reserve in der vergangenen Saison. Efluelda enthält die vierfache Antigenmenge des Standard-Grippeimpfstoffs (15 µg HA/Stamm). Sanofi versichert, den Impfstoff im Herbst vollumfänglich liefern zu können. Man sei sich der besonderen Verantwortung bewusst, einziger Anbieter zu sein, so eine Sprecherin.

Zur Empfehlung für Menschen über 60 Jahren hieß es seitens der Stiko eindeutig: „Im Vergleich zu konventionellen Influenza-Impfstoffen wurde für den Influenza-Hochdosis-Impfstoff eine geringfügige, aber signifikante Überlegenheit der Impfeffektivität bei älteren Menschen nachgewiesen.“ Es bleibe grundsätzlich kein Raum für eine Anwendung „konventioneller“ inaktivierter quadrivalenter Influenza-Impfstoffe innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung, erklärte der G-BA. „Es ist den Versicherten grundsätzlich nicht zuzumuten, auf eine im Vergleich unterlegene Leistung verwiesen zu werden.“

Allerdings ist ohnehin offen, wie es mit der Grippeimpfung weitergeht. Nach dem Erfolg der mRNA-Impfstoffe gegen Corona wird diese neue Technologie auch im Bereich Influenza erforscht, unter anderem durch Sanofi. Und Curevac prüft bereits, ob künftig ein Kombinationsimpfstoff gegen Corona und Grippe eingesetzt werden könnte.

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