Rote-Hand-Brief

Viread: Gefahr der Überdosierung Nadine Tröbitscher, 16.03.2017 09:39 Uhr



Eine Überdosierung bei Patienten mit einem Körpergewicht von 22 kg bis < 28 kg könnte zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen führen. Patienten zwischen 28 kg bis < 35 kg Körpergewicht würden hingegen unterdosiert werden, mit der Folge möglicher Resistenzen aufgrund zu niedriger Wirkstoffspiegel. Apotheker werden gebeten, die Dosierung der Kunden im Alter von sechs bis 12 Jahren zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Viread ist in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung HIV-1-infizierter pädiatrischer Patienten im Alter von 6 bis < 12 Jahren mit einem Körpergewicht von 28 kg bis unter 35 kg zugelassen, bei denen der Einsatz von First-Line-Arzneimitteln aufgrund einer Resistenz gegenüber NRTI oder aufgrund von Unverträglichkeiten ausgeschlossen ist.

Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der nukleotidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) und verhindert ein Umschreiben der Virus-RNA in DNA, es kommt zum Kettenabbruch. TDF wird teilweise schon im Plasma in die Wirkform umgewandelt oder geht verloren. Tenofovir wird dann über die Niere verstoffwechselt und kann dort starke Nebenwirkungen verursachen.
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