Vitamin D: Risiko in hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln

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Eine Überdosierung könne eine Hyperkalzämie, die von Müdigkeit, Muskelschwäche, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und einer Verkalkung der Gefäße gekennzeichnet ist, zur Folge haben. Eine andauernde Hyperkalzämie könne zu Nierensteinen, Nierenverkalkungen und letztendlich zu einer Abnahme der Nierenfunktion führen.

Hochdosierte Vitamin D-Präparate: Einnahme unnötig und gefährlich

„Eine tägliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten mit Dosierungen von 50 μg oder 100 μg ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht erforderlich“, schlussfolgert das BfR. Ein Verzehr höherer Vitamin D-Mengen gehe jedoch nicht per se mit einer Hyperkalziämie einher. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch einen gelegentlichen Verzehr von hochdosierten Präparaten seien derzeit unwahrscheinlich. Anders sehe es bei einer täglichen und langfristigen Supplementation hochdosierter Präparate aus, denn die aktuelle Studienlage deute auf ein erhöhtes gesundheitliches Risiko hin, so die Experten. So bestehe langfristig eine zwar moderate, aber zunehmende wissenschaftliche Evidenz für ein erhöhtes Mortalitätsrisiko bei 25-Hydroxycholecalciferol (25-OH-D3) Serumkonzentrationen ab 75 nM aufwärts. Diese können durch den täglichen Verzehr von 75 bis 100 μg Vitamin D über einen Zeitraum von sechs Monaten erreicht werden.

„Im Kontext eines wachsenden Marktes an Vitamin-D-angereicherten Lebensmitteln haben hochdosierte Vitamin-D-Präparate daher das Potential, gesundheitlich bedenkliche Gesamtaufnahmemengen an Vitamin D zu verursachen“, so das BfR in seiner Stellungnahme.

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