Tollwut-Impfstoff

„Rabipur ist wie Strom in Indien“ APOTHEKE ADHOC, 11.01.2019 09:53 Uhr

GSK teilt mit, Rabipur aktuell kontingentiert auszuliefern, um so die Versorgung der Notfalldepots sicherzustellen. „Im Moment gehen wir ab dem späten Frühjahr 2019 von einer stabileren Liefersituation aus“, so ein Sprecher. Den Engpass begründet der Konzern wie folgt: „GSK verzeichnet derzeit eine erhöhte Nachfrage nach Rabipur und eine vorübergehende Lieferverzögerung. Diese Lieferverzögerung wird durch operative Faktoren verursacht und hängt nicht von der Impfstoffqualität oder -sicherheit von Rabipur ab. Dies schließt sich bereits im Markt befindliche Ware ein. Im Durchschnitt wird jede Impfstoffcharge mehr als 100 Qualitätsprüfungen unterzogen, um sicherzustellen, dass jeder von GSK freigegebene Impfstoff die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllt. GSK setzt sich dafür ein, diese Herausforderungen so schnell wie möglich zu lösen.“ Der deutsche Markt werde durch die Produktionsstätte in Marburg versorgt.

In Deutschland sind zwei Tollwutimpfstoffe zugelassen – Rabipur (GSK) und Tollwut-Impfstoff HDC (Sanofi). Beide Vakzine sind immer wieder nur eingeschränkt lieferbar. Als Grund nennen die Hersteller die weltweit erhöhte Nachfrage. Derzeit würden die Notfalldepots beliefert. Auf diese kann jedoch nur bei einem tatsächlichen Notfall zur Postexpositionsprophylaxe zurückgegriffen werden.

Die im Notfalldepot gelagerten Impfstoffe sind ausschließlich zur Versorgung in Notfällen und damit als Postexpositions-Prophylaxe vorgesehen. Sie dürfen nicht für eine Prophylaxe verwendet werden – auch bei bestehenden Lieferengpässen. Apotheken können im Falle eines Notfalls das Notfalldepot telefonisch kontaktieren. Das angeforderte Arzneimittel wird dann dort bereitgestellt und durch die Apotheke abgeholt. Ein Versand ist nicht möglich. Dabei wird die Entnahme durch Ausfüllen eines Entnahmescheines dokumentiert. Der Apotheke wird der Apothekeneinkaufspreis zuzüglich Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt.

Einer Sanofi-Sprecherin zur Folge ist die Herstellung des Tollwutimpfstoffes kompliziert. Zudem hat Sanofi nur eine Produktionsstätte mit Sitz in Frankreich. Diese sei voll ausgelastet, produziere aber nicht im Überfluss. Es komme immer wieder Ware und so werde der Bedarf beliefert.

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