PPI: Zwischen Kritik und Zuspruch

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Die Barmer schlägt auch mit Hinblick auf die steigenden Verordnungszahlen für junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren Alarm. Für das Bundesland Sachsen gibt die Krankenkasse einen Zuwachs von 43 Prozent bei jungen Frauen und 47 Prozent bei Männern gleichen Alters an. Ursache für die Entwicklung ist aus Sicht der Experten der Barmer womöglich häufiger Druck, unter dem junge Menschen stünden. Dieser schlage ihnen auf den Magen.

„Magensäureblocker können abhängig machen und sollten daher nur bei akuten Beschwerden über einen begrenzten Zeitraum in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden“, kritisiert Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer. Patienten könnten in einen Teufelskreis geraten und der gelegentliche Griff zu einer Dauereinnahme werden. Ein abruptes Absetzen der Präparate könne die Säureproduktion ansteigen lassen und so die Beschwerden verstärken.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) räumt ein: „In jüngster Zeit mehren sich Hinweise, dass eine langfristige Einnahme von PPI mehr Nebenwirkungen verursachen könnte als bislang bekannt.“ Auch wenn die Studienlage teils widersprüchlich sei, betont DGVS-Sprecher Professor Dr. Christian Trautwein: „Dennoch müssen die aktuellen Hinweise Anlass dazu geben, die bislang recht unkritische Verschreibung und Einnahme von PPI zu überdenken.“

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