Pharmaziestudium: Abkürzung zum Staatsexamen

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Was bislang kaum bekannt ist: Zwischen beiden Systemen wird häufiger gewechselt, als auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Laut Professor Dr. Andreas Bechthold vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften in Freiburg schreibt sich etwa jeder zweite Bachelor-Student irgendwann für das klassische Pharmaziestudium ein. Ein Problem hat er damit nicht. „Ich finde beide Wege richtig“, sagt er. Bechthold unterrichtet in beiden Studiengängen.

Der Clou: Wer den Bachelor bereits in der Tasche hat, kann sich nicht nur einzelne Scheine anerkennen lassen, sondern gleich das gesamte Grundstudium. Er kann direkt im 5. Semester einsteigen, ohne vorher zum 1. Staatsexamen antreten zu müssen. Die Landesprüfungsämter erkennen die zahlreichen kleinen Prüfungen, die während des Bachelorstudiums abgelegt wurden, als gleichwertig an. Neunmal wurde dieses Anerkennungsverfahren 2017 allein Freiburg durchgeführt, vier Fälle sind es in diesem Jahr bisher. Auch an der LMU München ist die Anerkennung gängiges Prozedere. Dort wird wird sogar der Master zum Teil anerkannt: Der Student wird dann im zweiten Staatsexamen nur noch in drei statt fünf Fächern geprüft. Mit einem Bachelor von der TH Köln wiederum klappt das nicht: Den Abschluss in Pharmazeutische Chemie kann man sich zwar teilweise anrechnen lassen, die Prüfung für das erste Staatsexamen kann man damit aber nicht ersetzen.

Lassen sich mit dem Bachelorstudiengang also die strengen Zugangsvoraussetzungen umgehen? In Freiburg weist man diese Idee entschieden zurück. „Das ist absolut keine Hintertür“, sagt Dr. Mira Kuisle, Studiengangskoordinatorin am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften. „Die NC-Werte für die Studiengänge Bachelor und Staatsexamen unterschieden sich nicht.“ Ein Blick in die Studiengangsliste zeigt, dass die Zugangsvoraussetzungen für den Bachelor im vergangenen Jahr sogar etwas höher waren als die für das Staatsexamensstudium.

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