Oxycodon-HCl: Mit oder ohne Naloxon?

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Oxycodon war unter dem Namen Eukodal (Merck) bis 1990 in Deutschland im Handel und wurde danach vom Markt genommen. Mundipharma hat den Arzneistoff im Jahr 2003 unter dem Namen Oxygesic wieder auf den Markt gebracht. Die erste Kombination mit Oxycodon/Naloxon (Verhältnis 2:1) war mit Targin erhältlich, der Hersteller hatte 2006 im Fast-Track-Verfahren nach § 28 (3) Arzneimittelgesetz die Zulassung erhalten. Da kürzlich das Patent gefallen ist, sind seit Anfang des Jahres auch Generika erhältlich.

In klinischen Studien des Herstellers war die retardierte Kombination mit einer signifikanten Verbesserung der Darmfunktion im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Oxycodon verbunden, wobei die analgetische Wirksamkeit von Oxycodon nicht verringert wurde. Der Zusatz des Antagonisten verbesserte die Darmfunktion bei Patienten ohne reguläre Laxantientherapie. Doch der KBV zufolge erweist sich die propagierte Besserung der Darmfunktion durch die Kombination mit Naloxon als „marginal“. „45 bis 70 Prozent der Patienten benötigen weiterhin Laxantien, verglichen mit 81 Prozent bei Placebo.“

Dem positiven analgetischen Effekt stehen der Dachorganisation der Ärzte zufolge vermehrte durch Naloxon induzierte schwere Nebenwirkungen gegenüber, so dass insgesamt ein Zusatznutzen bei Patienten mit regulärer Laxantientherapie nicht gesichert sei. Auch aus der Fachinformation könnte geschlussfolgert werden, dass eine große Anzahl der Patienten unter der Kombination weiterhin ein Abführmittel benötigt, da diese Nebenwirkung als „häufig“ gelistet ist.

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