Opiode bei Parkinson und Restless-Leg-Syndrom

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Chronischer Rücken- und Arthroseschmerz

Vor der Einleitung einer Opioidtherapie sollen die verfügbaren nicht-medikamentösen Therapieoptionen optimiert und medikamentöse Alternativen (NSAID) erwogen werden. Die Anwendung opioidhaltiger Analgetika soll, unabhängig vom Therapiezeitraum, auf Patienten mit einem relevanten somatischen Anteil in der Schmerzentstehung beschränkt werden. Auch Patienten, die nicht ausreichend auf nicht-medikamentöse Therapien ansprechen, können zentral wirksame Schmerzmittel verordnet bekommen. Eine Anwendung von Opioiden bei chronischen Rücken- und Atrhoseschmerzen über mehr als vier Wochen sollte nicht erfolgen. Innerhalb dieser Indikationen wurde eine Langzeitanwendung konsensbasiert weiter eingeengt. Nur wenn ein erforderlicher Gelenkersatz nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht ist, sollten Opioide dauerhaft angewendet werden. Das gilt auch für Personen, bei denen ein Einsatz von NSAID kontraindiziert ist oder andere Analgetika wirkungslos sind.

Opioide und Tranquilizer

Die Kombination von zentral wirksamen Schmerzmitteln mit Tranquilizern sollte aufgrund der entstehenden Nebenwirkungen und des Abhängigkeitspotentials nicht erfolgen. In einer US-Studie mit 315.428 Versicherten in den Jahren 2001 bis 2013 war die kombinierte Einnahme der beiden Wirkstoffklassen im Vergleich zu einer Monolangzeittherapie mit Opioiden mit einem erhöhten Risiko für eine Vorstellung in der Notaufnahme wegen einer Überdosierung assoziiert.

Es gibt Annahmen, dass die Kombination dieser zwei Wirkstoffklassen sehr effektiv Migräne lindern kann. Die Fachgesellschaften haben sich darauf geeinigt, dass bei Kopfschmerzen jeglicher Art keine Opiode eingenommen werden sollten. Bei Medikamentenübergebrauch kann rasch ein induzierter Kopfschmerz entstehen. Die S1-Leitlinie zum Spannungskopfschmerz stellt, dass retrospektive Analysen von Patienten mit täglichem Kopfschmerz, die opioidhaltige Analgetika erhielten, zeigen, dass die Mehrzahl der Patienten entweder wegen Wirkungslosigkeit oder nicht zu tolerierender Nebenwirkungen die Therapie abbrachen.

 

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