Neurologische Erkrankungen

EMA empfiehlt Briviact und Wakix APOTHEKE ADHOC, 23.11.2015 11:52 Uhr

Berlin - Neue Wirkstoffe zur Behandlung neurologischer Erkrankungen sind nicht besonders häufig. Nun haben es zwei Medikamente bis zur Zulassungsempfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) geschafft: UCB erhielt ein positives Votum für sein Antiepileptikum Briviact (Brivaracetam). Außerdem soll Wakix (Pitolisant) von Hersteller Bioproject zukünftig gegen Narkolepsie eingesetzt werden können. Für die Markteinführung muss noch die formale Zustimmung der EU-Kommission eingeholt werden.

Briviact soll als Zusatzbehandlung fokaler Epilepsieanfälle eingesetzt werden. Patienten ab 16 Jahren können die Tabletten in Dosierungen zwischen 10 und 100 mg erhalten. Außerdem sollen eine Lösung zur oralen Einnahme sowie eine Injektionslösung auf den Markt kommen.

Die antikonvulsive Aktivität von Brivaracetam wird vermutlich durch die Interaktion mit dem synaptischen Vesikelprotein 2A (SV2A) hervorgerufen. Der genaue Mechanismus ist bislang nicht bekannt. Brivaracetam ist strukturell verwandt mit Levetiracetam, zeichnet sich aber durch eine höhere krampflösende Aktivität aus.

Briviact reiht sich damit in die Reihe der neueren Antiepileptika ein, die im Vergleich zu den klassischen Wirkstoffen Valproinsäure, Carbamazepin und Phenytoin steigende Bedeutung gewinnen. Außer zur Behandlung fokaler Anfälle werden sie auch bei neuropathischen Schmerzen eingesetzt. Laut Arzneiverordnungsreport war Lyrica (Pregabalin) mit 76,8 Millionen Tagesdosen (DDD) im vergangenen Jahr das meistverschriebene Antiepileptikum, gefolgt von Levetiracetam mit 65,5 DDD. Beide Wirkstoffe konnten um etwa 10 Prozent gegenüber 2013 zulegen. Valproinsäure wurde mit 55,1 Millionen DDD deutlich weniger verordnet.
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