Neurologie

Mit Kupfer gegen ALS Dr. Kerstin Neumann, 05.02.2016 11:50 Uhr



Die Forscher zeigten sich überrascht, mit welcher Effizienz diese Übertragung in den Zellen stattfand. Sie untersuchten den Mechanismus in Mäusen – mit Erfolg: Die mit Kupfer-ATSM behandelten Tiere entwickelten funktionsfähige SOD1 und zeigten keine toxischen Ablagerungen im Knochenmark, dem Ort des Hauptgeschehens der ALS.

Durch die kontinuierliche Gabe konnte die Lebensdauer der Versuchstiere um durchschnittlich 18 Monate verlängert werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Science“. Umgekehrt zeigte sich aber auch, dass nach Absetzen der Behandlung die Mäuse das ursprüngliche Krankheitsbild rasch wieder entwickelten und innerhalb von drei Monaten starben.

Die Wissenschaftler erhoffen sich durch die Entdeckung einen Schritt nach vorn für die Entwicklung eine Medikamentes für ALS-Patienten. Der Einbau-Mechanismus des Kupfer-Ions in SOD1 ist in Menschen und Tieren vergleichbar, demnach müsste die Wirkung des Stoffes auch beim Menschen auftreten, erklären die Autoren. Allerdings tritt die Mutation des SOD-Gens nicht bei allen Patienten auf. Inwieweit der Mechanismus bei Patienten mit ALS unterschiedlicher Genese funktioniert, sollen nun klinische Studien klären.

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