Neue Leitlinie für Langzeitanwendung von Opioiden

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Zudem sollen Patienten über potentielle Nebenwirkungen aufgeklärt werden – wie ein erhöhtes Sturzrisiko, sexuelle und endokrine Funktionsstörungen, sowie Atemstörungen. Desweiteren soll der neuen Leitlinie zufolge eine Kombinationstherapie mit Tranquilizern nicht empfohlen werden. Parallel wird derzeit die S3-Leitlinie zur Medikamentenabhängigkeit überarbeitet: In enger Absprache wurden diesbezüglich Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der missbräuchlichen Verwendung von aus medizinischer Indikation verschriebenen Opioiden hinzugefügt.

Ein Grund für die Aktualisierung der Leitlinie ist die Opioid-Epidemie in Nordamerika: Dort kommt es in den vergangenen Jahren zu steigenden Verordnungen von Opioiden, die mit einem Anstieg der missbräuchlichen Verwendung assoziiert sind. In vielen Fällen kam es dadurch zu notfallmäßigen Krankenhausaufnahmen wegen Überdosierungen und Todesfällen mit den verordneten Opioiden. Dies weise auf die Notwendigkeit hin, den Stellenwert von Opioiden in der Therapie von chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen kritisch zu überprüfen, heißt es von Seiten der Experten.

Im Zuge dieser Beurteilung schauten sie sich daher die Entwicklung der Langzeitverordnungen von opioidhaltigen Analgetika für Patienten mit nicht-tumorbedingten Schmerzen in Deutschland an: Im Zeitraum von 2006 bis 2016 gab es einen Anstieg der Einzelverordnungen von 4,2 Prozent auf 4,9 Prozent. Seit 2016 haben die Gesamtverordnungen von opioidhaltigen Analgetika in der deutschen Gesamtbevölkerung jedoch nicht zugenommen. Die Langzeitverordnungen in diesem Bereich sind ebenfalls seit 2012 nicht angestiegen. Demnach kommen die Experten zu der Feststellung, dass es in Deutschland keine Hinweise auf eine Opioidepidemie gibt. Die Prävalenzrate für einen möglichen Missbrauch von aus medizinischer Indikation verschriebenen Opioiden liegt in Deutschland bei etwa einem Prozent – basierend auf selbstberichteten Daten und Krankenkassendaten von stationären Aufenthalten.

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