DNA-basierter Impfstoff

Mittels Elektroporation direkt in die Zelle

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Für Menschen ist bisher zwar kein DNA-Impfstoff zugelassen, bei Tieren wird die Technologie seit einiger Zeit bereits eingesetzt. Pferde und Lachse werden bereits mit bestückten Plasmiden geimpft. Im Gegensatz zu mRNA-Impfstoffen „wirken“ pDNA-Impfstoffe im Zellkern. Sie werden also nicht in den Ribosomen, sondern im Zentrum der Zelle abgelesen. Erst dann kann es zur Antigenproduktion kommen. Dieser Fakt stellte bislang eine der größten Hürden dar. Durch spezielle Verfahren wie die Elektroporation soll die Hürde genommen werden, sodass Zulassungen für pDNA-Impfstoffe zur Anwendung am Menschen folgen können.

Auch der Impfstoffkandidat von Inovio soll mittels dieses Verfahrens in die Zelle transportiert werden. Unter Elektroporation versteht man ein Verfahren, welches die Permeabilität von Zellmembranen für kurze Zeit durch elektrische Impulse erhöht. Ein sogenannter Bioporator erzeugt das benötigte elektrische Feld und führt zu einer stärkeren Durchlässigkeit. Der sich schnell entladene Kondensator ist für die Impfung dann unverzichtbar. Denn nur durch das elektrische Feld ändert sich die Konformation der Biomembran so, dass das Plasmid in den Zellkern gelangen kann.

Im Grunde funktionieren mRNA und pDNA sehr ähnlich, nur der Weg für die jeweilige Herstellung der Antigene ist ein anderer. Einmal findet das „Ablesen“ im Zellkern (pDNA) statt, einmal in den Ribosomen (mRNA). Zur Impfung mit Plasmiden wird zudem eine Art Pistole benötigt. Die Patienten erhalten keine klassische Injektion. Laut Hersteller soll die Anwendung kaum zu spüren sein. Mit einer Zulassung rechnet man noch in diesem Jahr.

 

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