Laut IMS sind Patienten bei Schilddrüsenpräparaten bereit, in die eigene Tasche zu greifen, weil sie Wert darauf legen, ihr gewohntes Medikament zu erhalten. Das war auch das Argument für die Aufnahme in die erste Tranche der Aut-idem-Liste: Seit Dezember ist der Austausch in der Apotheke ausgeschlossen – wegen der geringen therapeutischen Breite soll ein Präparatewechsel möglichst verhindert werden. Damit ist aber auch der Wechsel zu einer aufzahlungsfreien Alternative noch schwieriger geworden.

Für Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika, zeigt das Beispiel, „dass die Krankenkassen durch ihre rigide Festbetragspolitik den Patienten immer tiefer in die Tasche greifen“. Beim GKV-Spitzenverband sieht man dagegen kein Problem: Die Höhe des Festbetrags entspreche den gesetzlichen Kriterien. „Damit steht Versicherten eine aufzahlungsfreie Versorgung zur Verfügung.“

Laut Sozialgesetzbuch (SGB V) ist die Höhe der Festbeträge vom vom GKV-Spitzenverband so festzusetzen, dass eine „ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche sowie in der Qualität gesicherte Versorgung“ gewährleistet ist. Um Wirtschaftlichkeitsreserven auszuschöpfen, einen wirksamen Preiswettbewerb auszulösen und gleichzeitig eine hinreichende Arzneimittelauswahl sicherzustellen, hat der Gesetzgeber den Rahmen abgesteckt.

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