Kolloidales Silber: Wundermittel oder Schwachsinn?

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Desweiteren werden geno- und zytotoxische Effekte diskutiert. Einige Forscher beobachteten zudem differenzielle Effekte im subtoxischen Bereich auf die Zytokinsynthese der humanen mesenchymalen Stammzellen (hMSCs). Außerdem wurde von renalen, hepatischen und neurologischen Problemen berichtet, die nach längerer Einnahme von kolloidalem Silber auftreten können. Die orale Einnahme hat daher keine evidenzbasierte medizinische Indikation.

Schon im Jahr 1999 reagierte die US-Gesundheitsbehörde FDA auf die verbreitete Verwendung von kolloidalem Silber. Sie sprach sich damals gegen den innerlichen und äußerlichen Gebrauch von OTC-Arzneimitteln aus, die kolloidale Silberbestandteile oder Silbersalze enthalten, da diese Produkte allgemein als nicht sicher und nicht wirksam anerkannt wurden und immer noch werden.

In Deutschland ist kolloidales Silber weder Nahrungsergänzungs- noch Arzneimittel. In der Vergangenheit gab es zwar ein Magen-Darm-Therapeutikum namens Gastrarctin N (Serumwerk Bernburg) als Arzneimittel. Doch aufgrund des ungünstigen Nutzen-/Risikoprofils wurde es vom Markt genommen. Derzeit ist das Nachfolgerprodukt Gastrarctin erhältlich, das als traditionelles pflanzliches Arzneimittel keine Silberionen mehr enthält.

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