Bekannter Stamm, neue Formulierung

Kijimea Reizdarm Pro: Inaktiviert ist besser Cynthia Möthrath, 27.06.2020 08:51 Uhr

Kriterien des Reizdarm-Syndroms

Das RDS ist unter anderem durch wiederkehrende abdominelle Schmerzen, die mindestens einmal pro Woche in den vergangenen drei Monaten aufgetreten sind, definiert. Der Beginn der Beschwerden muss mindestens sechs Monate zurückliegen. Außerdem müssen mindestens zwei Symptome erfüllt sein – darunter ein Nachlassen der Schmerzen nach der Stuhlentleerung, eine Veränderung der Stuhlhäufigkeit und eine Veränderung der Stuhlkonsistenz. Hinzu kommt ein Fehlen von strukturellen Veränderungen, welche die Symptome erklären. 2016 wurden die Diagnosekriterien erweitert, auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität spielt seitdem eine entscheidende Rolle. Patienten mit Reizdarm-Syndrom würden oft noch mehr leiden als solche mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, erklärt Dr. Clemens Fischer, Gründer und Eigentümer von Futrue mit der Tochtergesellschaft Synformulas.

Die Ursachen für ein Reizdarm-Syndrom sind multifaktoriell: Neben Stress, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Medikamenteneinnahme können auch Infekte die Entstehung des sogenannten „Leaky Gut“ begünstigen. Es kommt zu einer Schädigung der „Tight Junctions“: Sie befinden sich zwischen den Darmepithelzellen und fungieren als Diffusionsbarriere. So verhindern sie das Eindringen von Schadstoffen und Bakterien in die Darmwand. Werden sie geschädigt, entstehen Mikroläsionen – Schadstoffe und pathogene Keime können dann in die Darmwand eindringen und zu Entzündungen und Reizungen führen. Die Folge sind wiederkehrende Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen. Die Symptome können einzeln oder auch im Wechsel auftreten, es wird grundsätzlich zwischen Durchfall-, Verstopfungs- und alternierendem Typ unterschieden. Einige Patienten können jedoch keinem der drei Typen zugeordnet werden.

Immer mehr Menschen leiden am RDS

In den vergangenen Jahren hat sich die Prävalenz für das Reizdarmsyndrom maßgeblich erhöht: Im Vergleich zum Jahr 2005 ist die Diagnose-Häufigkeit in allen Altersgruppen um etwa 30 Prozent angestiegen, bei jungen Erwachsenen sogar um rund 70 Prozent. Dennoch gibt es eine hohe Dunkelziffer: Denn nur etwa 10 bis 20 Prozent der betroffenen suchen einen Arzt aus – durchschnittlich vergehen acht Jahre bis zur Diagnosestellung. Beim Reizdarm-Syndrom handelt es sich um eine klassische Ausschlussdiagnose.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Virus im Herzgewebe nachgewiesen

Sars-CoV-2 befällt auch das Herz»

Kaum Antikörper vorhanden

Sars-CoV-2: Wo bleibt die Herdenimmunität?»

Nächster Wirkstoff im Rennen

Fluoxetin zeigt Wirkung gegen Covid-19»
Markt

Natürlich und biologisch

Nuxe launcht Bio-Serie»

Anti-Age-Pflege

Falten ade dank 3D-Technologie»

Bundesverwaltungsgericht

Kein Rx-Bonus in deutschen Apotheken – noch nicht»
Politik

Registrierkassengesetz

TSE-Module: Länder erlassen Fristverlängerung»

500.000 Tests in einer Woche

Spahn: Ausweitung von Corona-Tests zeigt Wirkung»

Kein Modellprojekt in Thüringen

„Wir werden nicht die neuen Impfkönige von Deutschland“»
Internationales

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»

Österreich

Wirkstoffverordnung: Hersteller gegen Gesundheitsminister»

Gesundheitsausschuss stimmt für Festpreise

Schweiz: Apotheker sollen nur noch das Billigste abgeben»
Pharmazie

Rückruf

Braun: Auffälliger Geruch bei NaCl»

Therapieabbrüche

Antiepileptika: Bessere Compliance unter neuen Wirkstoffen?»

Sachverständigenausschuss

Bayer holt Eibisch zurück in die Apotheke»
Panorama

Heilmittelwerberecht

PKV darf nicht für Tele-Ärzte werben»

Timo coacht

Digitalisierung: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen»

WHO

Kampf gegen HIV und Aids in Gefahr – wegen Corona»
Apothekenpraxis

Sauerland

Nachfolgerin gesucht: Apotheke lieber verschenken als ausräumen»

Apothekenplattformen

Phoenix/Pro AvO: Noweda entspannt, Hartmann elektrisiert»

Modellprojekt in Nordrhein

12,61 Euro pro Grippeimpfung in der Apotheke»
PTA Live

Mehreinwaage nicht vergessen

Ringversuch: Hydrocortison-Kapseln»

PTA gibt QMS-Seminare

QMS soll „schaffbar“ sein»

ZL prüft Ophthalmika

Ringversuch: Hypertone Natriumchlorid-Augentropfen»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»