Bekannter Stamm, neue Formulierung

Kijimea Reizdarm Pro: Inaktiviert ist besser Cynthia Möthrath, 27.06.2020 08:51 Uhr

Studienergebnisse erstmals reproduziert

Nun wurden neue Ergebnisse zum Bakterienstamm veröffentlicht: Eine multizentrische Studie, welche in über 20 Zentren in Deutschland durchgeführt wurde, konnte die bereits 2011 vorgestellten Effekte erneut belegen. „Das Bemerkenswerte an dieser Studie ist, dass der hierin untersuchte hitzeinaktivierte Bakterienstamm seine breite Anwendbarkeit über alle Leitsymptome und RDS- Subtypen hinweg unter Beweis gestellt hat. Damit konnte er die Ergebnisse einer früheren Studie, in welcher der lebende Stamm untersucht wurde, reproduzieren – ein entscheidendes Qualitätskriterium in der klinischen Forschung“, erläutert Labenz.

Von 443 Probanden mit RDS erhielten 221 Probanden acht Wochen lang Kijimea Reizdarm Pro, 222 erhielten Placebo. Bei der Auswahl der Probanden wurden gezielt alle verschiedenen RDS-Subtypen miteinbezogen. „Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Reduktion aller RDS- Symptome [...] mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Lebensqualität gegenüber Placebo. Dabei war die Linderung der Beschwerden bei allen Leitsymptomen und RDS-Subtypen signifikant“ erläutert Prof. Dr. Ahmed Madisch, Chefarzt des KRH Klinikums Siloah für Gastroenterologie in Hannover. Bisher habe man meist nur das Symptom behandelt, nun sei jedoch eine kausale und pathophysiologisch begründete Therapieoption verfügbar, welche in die Erstlinientherapie der Zukunft gehöre, ergänzt Labenz.

Vorteile inaktivierter Bakterien

Die Verwendung von toten Bakterien bringe zudem weitere Vorteile mit sich. Zum einen sei die Stabilität wesentlich besser: Denn lyophilisierte Bakterien können sich bei zu hoher Luftfeuchtigkeit aktivieren. Da sie jedoch keine Nahrung erhalten, sterben sie ab. Die Folge ist eine geringere Wirksamkeit des Präparats – bei hitzeinaktivierten Bakterien kann das nicht passieren. Zudem würden sich die toten Bakterien nochmals besser am Darm anlagern, als die lebenden Kulturen von B. bifidum HI-MIMBb75. Grund dafür ist eine negativere Ladung der Hülle im Vergleich zu lebenden Bakterien. Ein wesentlicher Vorteil sei zudem die Sicherheit: So kann es durch die Einnahme von inaktivierten Bakterien bei immungeschwächten Patienten beispielsweise nicht zu einer gefürchteten Sepsis kommen.

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