Kaugummi als Entzündungsdetektor

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Im Falle einer Entzündung im Mund werden spezifische Proteasen aktiv, die innerhalb von fünf Minuten die Peptide im Kaugummi aufspalten. Folglich wird enzymatisch die bittere Substanz freigesetzt, die zu Beginn des Kauvorgangs nicht zu schmecken war. Danach soll der Patient seinen Zahnarzt aufsuchen, um die Diagnose bestätigen und die Entzündung therapieren zu lassen. Ziel dieser Früherkennung sei die schwerwiegende Folgen einer Periimplantitis wie Knochenabbau zu verhindern.

An der Zahnklinik Merli in Rimini konnte anhand von Studien mit Speichel von Patienten die Wirksamkeit des Kaugummis gezeigt werden. „Jeder kann dieses neue diagnostische System überall und jederzeit und ohne technisches Equipment einsetzen“, sagt Professor Dr. Lorenz Meinel, Inhaber des Lehrstuhls für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Universität Würzburg. Um das entwickelte Kaugummi marktreif zu machen, sei die Gründung einer Firma geplant.

Kaugummi-Schnelltests für weitere medizinische Anwendungen seien zudem derzeit in der Entwicklungphase. „Wir hoffen, dass sich damit auch andere Krankheiten adressieren und frühestmöglich behandeln lassen“, erklärt Meinel. Bisher sind Kaugummis mit Nikotin auf dem Markt, die im Rahmen einer Raucherentwöhnungstherapie eingesetzt werden. Außerdem ist Superpep (Dimendyrinat, Hermes) ein zugelassenes Arzneimittel in dieser Darreichungsform bei Reiseübelkeit.

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