Infektionskrankheiten

Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

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Deshalb ist es nach Ansicht der Experten höchst bedenklich, dass in den vergangenen 25 Jahren der Anteil der verschriebenen Reserve- und Breitband-Antibiotika dramatisch gestiegen ist. Gleichzeitig betrage die Rate der multiresistenten Stämme etwa gegen moderne Cephalosporine bereits 15 Prozent. Die Situation habe sich insgesamt verschlechtert. Aber die Datenlage sei noch unzureichend, die Zahl der Laborproben müsse dringend ausgeweitet werden.

Der Rostocker Infektiologe und Präsident der Paul-Ehrlich Gesellschaft, Professor Dr. Emil Reisinger, sieht zwar die Tendenz, dass die Resistenzen zunehmen. Aber es gebe keinen Grund zur Panik. Der evolutionäre Wettlauf mit den Bakterien sei nicht zu gewinnen – die Erreger passen sich in der Regel auch an neue Antibiotika mit der Zeit an. Aber: „Wir müssen lernen, die Resistenzen zu reduzieren“, sagt Reisinger.

Im internationalen Vergleich stehe Deutschland den Statistiken zufolge bei resistenten Bakterien recht gut da. Aber es müsse global gedacht werden: Der unkontrollierte Verkauf von Antibiotika vor allem in Südostasien führe dazu, dass manche der Medikamente bei nahezu 100 Prozent der Bevölkerung keine Wirkung mehr zeigen. Auch in manchen südeuropäischen Ländern gebe es die Mittel im freien Handel.

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