„Wir liefern dorthin, wo die Not am größten ist“

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ADHOC: Was kann eine Auflistung der nötigen Medikamente leisten?
FELLHAUER: Eine Liste notwendiger Arzneimittel gibt es ja bereits – die der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ampicillin steht da drauf, trotzdem haben wir einen Lieferengpass. Bei den Ärzten herrscht auch Unverständnis über die Situation insgesamt. Wir sind ein hoch entwickeltes Land, aber nicht in der Lage, unsere Bevölkerung optimal mit Antibiotika zu versorgen.

ADHOC: Wie kann man das Übel an der Wurzel packen?
FELLHAUER: Es ist ein multifaktorielles Problem, daher ist es nicht damit getan, dass man sagt, die Industrie müsste einfach genug herstellen. Die Rohstoffe werden heute vor allem in China und Indien hergestellt – und zwar oft nicht in ausreichender Menge und Qualität. Hinzu kommen Produktionsprobleme, wie sie etwa vor einigen Jahren erstmals bei der Zytostatika-Herstellung in den USA auftraten. Dann steigt die Nachfrage bei den anderen Herstellern, die den Bedarf nicht decken können. Und es gibt Marktrücknahmen aus ökonomischen Gründen.

ADHOC: Wie kann man das Problem dennoch angehen?
FELLHAUER: Man müsste alle an einen Tisch setzen, die pharmazeutischen Unternehmen, die Gesundheitspolitiker, die Ärzte als Verordner sowie die Apotheker als Logistiker und Arzneimittelexperten. Aber es müsste mehr dabei herumkommen als die bereits eingerichtete freiwillige Meldung. Die BfArM-Meldeseite hat aber überhaupt nichts verändert. Man müsste nach den Ursachen forschen und diskutieren, welche Ansatzpunkte es gibt. Aber wenn Sie mich nach einem Patentrezept fragen – das gibt es sicher nicht.

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