Als Ursache für die Entwicklung sehen sowohl IMS als auch andere Experten aber vor allem die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung. Grippe werde vielfach als harmlose Erkrankung gesehen, für die man sich nicht stundenlang in ein überfülltes Wartezimmer setzen müsse – wo man noch dazu Gefahr laufe, sich bei anderen Patienten anzustecken. Die Impfung in der Apotheke wie in Italien oder in der Schweiz könne die Quoten verbessern, werde aber vor allem von den Ärzten verhindert.

Laut einer älteren Erhebung des vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) herausgegebenen Versorgungsatlas' wird die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Durchimpfungsrate von 75 Prozent bei den Senioren weit verfehlt: Sie betrug für das Jahr 2013 nur 38 Prozent. Auffallend sind darüber hinaus die regionalen Unterschiede. In den alten Bundesländern sind die Impfraten mit 33 Prozent niedriger als in den neuen (54 Prozent).

Lieferengpässe gibt es laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in dieser Saison noch nicht. 2015/16 waren die Vakzine bereits im Herbst vergriffen: Influsplit Tetra von GlaxoSmithKline (GSK) war bereits im Oktober ausverkauft. Und auch AstraZeneca hatte die Zehnerpackung Fluenz Tetra bereits kurz nach dem Start vollständig an den Großhandel ausgeliefert. Einzeldosen des Nasensprays gab es überhaupt nicht.

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