Kontrazeptiva

Indonesien testet Pille für den Mann APOTHEKE ADHOC, 13.03.2018 11:17 Uhr

Seit vielen Jahren wird an hormonellen Kontrazeptiva für den Mann geforscht – die Studien wurden jedoch abgebrochen. 2011 wurde eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Anwendung von Hormonspritzen für den Mann vorzeitig beendet. Zu stark waren die Gemütsschwankungen. Das Präparat enthielt eine Kombination aus Testosteron und Norethisteron.

Theoretisch war die Hormonspritze für den Mann schon Mitte der 90er Jahre fertig; 2016 sollte das Arzneimittel auf den Markt kommen, doch noch im gleichen Jahr folgte mit einem weiteren Studienabbruch das Aus. Akne, Schmerzen an der Einstichstelle, gesteigerte oder verminderte Libido, Kopfweh, Muskelschmerzen und Gewichtszunahme waren die zu erwartenden Nebenwirkungen. Zusätzlich litten etwa 17 Prozent unter emotionalen Veränderungen, fast 3 Prozent fühlten sich depressiv.

Während der Studie traten verstärkt Gemütsschwankungen auf, sodass die Untersuchung abgebrochen werden musste. Ein Teilnehmer nahm sich das Leben, jedoch versicherte die Familie, dass der Suizid nichts mit der Studie zu tun hatte. Auffallend ist den Autoren zufolge auch, dass in der Placebo-Gruppe ebenfalls Stimmungsschwankungen auftraten. Trotz heftiger Nebenwirkungen konnte der Hormoncocktail zuverlässig verhüten. Innerhalb von 56 Wochen wurden vier Frauen schwanger, was einer Quote von 1,57 Prozent entspricht. Die Pille hat im Vergleich eine Sicherheit von 99 Prozent. Die Hormonspritze für den Mann erwies sich als zuverlässig, die Zeugungsunfähigkeit, die auf einer Reduktion der Spermienproduktion beruht, war reversibel.

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