Impfung: Gewissensfrage für Veganer

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Einige Wissenschaftler gehen aber noch weiter: Sie forschen an Impfstoff-Pflanzen, die gegessen werden können und auf diese Weise immunisieren. Das ist besonders in der Veterinärmedizin interessant. An der Technischen Universität Darmstadt beispielsweise forscht Professor Dr. Heribert Warzecha an einem essbaren Impfstoff gegen Malaria, mit dem Moskitos immunisiert werden könnten, und einem Vakzin gegen Borreliose, das an wild lebende Mäuse verfüttert werden könnte.

Trotz aller Ansätze: „Derzeit ist kein in Pflanzen produzierter Impfstoff zugelassen“, so das Fazit bei GSK. Doch selbst wenn es einen vegetarischen oder veganen Impfstoff gäbe, „erfordert die Gesetzgebung die Durchführung von Tierstudien während der Entwicklung von Impfstoffen“. Geregelt ist das in der EU-Richtlinie über Versuche mit Arzneispezialitäten aus dem Jahr 1975, in der es heißt, Unschädlichkeit und lokale Verträglichkeit seien am Tier nachzuweisen.

Damit ist auch für den VeBu klar, dass die Entwicklung von Impfstoffen „nicht tierleidfrei abläuft“. Trotzdem spricht sich der Verband nicht gegen eine Impfung aus, denn die Entscheidung sollte im Einzelfall gut abgewogen werden – denn auch die Folgen einer Nicht-Impfung müssten bedacht werden. Im Falle einer Infektion erfolge die Therapie mit Medikamenten, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und der Tierversuche nicht vegetarisch-vegan seien. Außerdem könnten andere Personen angesteckt werden, die aufgrund ihres Alters oder bestehender Vorerkrankungen nicht geimpft werden könnten. Dann „summiert sich das verursachte (Tier-)Leid“, so der VeBu.

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