Valsartan-Skandal

Hochdruckliga: BfArM informierte nur lückenhaft APOTHEKE ADHOC, 29.11.2018 10:57 Uhr

Ein „großes Problem“ sieht die DHL, „dass durch die ‚Causa Valsartan‘ eine Assoziation zwischen Blutdrucksenkern und Krebsrisiko aufgemacht wurde.“ Der Wirkstoff ist per se nicht krebserregend, es handele sich um eine einmalige Verunreinigung. ein Zusammenhang zwischen Blutdrucksenker und Krebs habe sich jedoch in den Köpfen festgesetzt, auch weil zur selben Zeit ein Zusammenhang zwischen ACE-Hemmern und Lungenkrebs sowie Hydrochlorothiazid und weißem Hautkrebs kommuniziert wurde. Die oft verkürzte Wiedergabe der Studienergebnisse in den Medien nach dem Motto „Xyz ist krebserregend“ habe dazu geführt, dass Blutdruckmedikamente in Verruf geraten seien. Patienten ließen aus Angst vor Krebs die Medikamente einfach weg, ohne sich im Klaren zu sein, welche gesundheitlichen Folgen damit verbunden sind, mahnt die DHL. „Wenn aber die Berichterstattung bei Patienten zu fatalen Kurzschlussreaktionen führt, können wir das nicht gutheißen.“

„Oft wurde in Medienberichten aber versäumt, die Langzeitfolgen beziehungsweise das mögliche Krebsrisiko in Relation mit dem Risiko eines Therapieabbruchs zu setzen. Bei Absetzen der Blutdruckmedikamente ist das Risiko, binnen der nächsten fünf Jahre einen schweren Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, um ein Vielfaches höher, als nach zehn Jahren an weißem Hautkrebs zu erkranken.“ Eine Assoziation mit Lungenkrebs als mögliche Spätfolge hält die DHL ohnehin für sehr unsicher und kritisiert einige methodische Mängel beziehungsweise Störgrößen der Studie. „Dennoch haben diese Daten die Patienten stark verunsichert.“

„Wichtig ist nun, auch die Notwendigkeit der Bluthochdrucktherapie und die nachgewiesene Wirksamkeit von Blutdrucksenkern in der Vermeidung von schweren Folgeerkrankungen breit zu kommunizieren“, erklärte Professor Dr. Bernhard K. Krämer, Vorstandsvorsitzender der DHL.

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