Perocur: Forte ist zurück

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Mitte 2012 konnte Hexal zwar wieder liefern, allerdings musste das Präparat fortan im Kühlschrank aufbewahrt werden. Außerdem wurde die Haltbarkeit von 36 auf 24 Monate verkürzt. Andere Hersteller warfen gleich ganz das Handtuch: Die Schwesterfirma 1A gab zu dieser Zeit Peromyces auf, Ratiopharm seine Hefekapseln, Schwabe sein Hamadin und Sidroga seine Valverde-Durchfallkapseln.

Großer Gewinner dieser Marktbereinigung war Perenterol: Der französische Hersteller Biocodex hatte bereits 1947 ein Lyophilisierungsverfahren entwickelt und sich patentieren lassen, bei dem die Aktivität von Saccharomyces boulardii erhalten bleibt. Ende 2012 konnte sich Medice nach einem längeren Auswahlprozess die Vertriebsrechte für Deutschland sichern. Zuvor hatte 20 Jahre lang der im September 2006 von UCB übernommene Hersteller Schwarz Pharma die Lizenz gehalten.

Unter dem „Raus aus dem Kühlschrank – Rein in die Sichtwahl!“ meldete sich Hexal 2015 mit neuer Rezeptur zurück. Im Jahr zuvor hielt Perenterol einen Marktanteil von 20,5 Prozent; das Hefepräparat war damit vor Imodium das nach Umsatz am häufigsten verkaufte Antidiarrhoikum.

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