Grippeimpfstoffe: PEI sieht „komfortable Ausgangslage“

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Trotzdem zeigten sich regionale Verteilungsprobleme. Während einige Regionen gut versorgt waren, waren in anderen die Kühlschränke leer. Die Ursachen sind vielfältig. Ein wichtiger Faktor sind die Vorbestellungen, die den Herstellern eine bedarfsgerechte Produktion der Vakzine ermöglichen. Doch als die Vorbestellung in vollem Gange war, waren noch viele Fragen ungeklärt. Das Risiko, auf den zu viel bestellten oder produzierten Impfdosen sitzen zu bleiben, wollte niemand übernehmen. Zudem hätten sich einige Apotheken und Ärzte auf den Großhandel verlassen. Das PEI gibt zu bedenken: „Möglicherweise ist nicht ausreichend bekannt, dass der Großhandel im Fall der Grippeimpfstoffe als Lieferant auftritt. Er hat keine eigenen Vorräte.“ Genaue Vorbestellungen seien ein wesentlicher Faktor für die ausreichende und gleichmäßige Versorgung mit Grippeimpfstoffen, heißt es weiter.

Die Erfahrungen der Grippesaison 2018/19 würden für die folgende Saison eine Rolle spielen. Eine bedarfsgerechte Produktion der saisonalen Vakzine sei für die Hersteller nur möglich, wenn sie Vorbestellungen frühzeitig und in relevanten Mengen erhalten würden. Jedoch sollen die Hersteller zukünftig berücksichtigen, dass auch ausreichend Vakzine zur Verfügung stehen, wenn die Impfquoten steigen.

Positiv bewerten die Akteure das seit 2015 etablierte Meldesystem zu vermuteten Engpässen bei Impfstoffen. Ende 2018 wurde dieses erweitert. Die eingegangenen Meldungen waren unter anderem die Grundlage für eine Ausnahmegenehmigung zum Impfstoffimport nach § 79 Absatz 5 Arzneimittelgesetz (AMG), mit der den regionalen Verteilungsproblemen begegnet werden konnte, so das PEI. Dies habe zu einer Normalisierung der Versorgungslage geführt.

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