Fluorchinolone: Warnung vor Aortenaneurysma

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Epidemiologischen Studien zufolge haben Patienten, die systemisch mit Fluorchinolonen behandelt werden, ein etwa zweifach erhöhtes Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen im Vergleich zu Patienten, die keine Antibiotika oder andere Antibiotika (Amoxicillin) einnehmen, wobei dieses erhöhte Risiko insbesondere ältere Personen betrifft.

Eine nicht-klinische Studie berichtet, dass Ciprofloxacin die Anfälligkeit für Aortendissektionen und -rupturen in einem Mausmodell erhöht. Bei diesem Befund handelt es sich wahrscheinlich um einen Klasseneffekt, ähnlich dem schädlichen Einfluss von Fluorchinolonen auf das Sehnengewebe, wodurch das Risiko für Sehnenerkrankungen erhöht wird. Aortenaneurysmen und -dissektionen sind seltene Ereignisse, die mit einer Inzidenz von 3 bis 30 Fällen pro 100.000 Personen pro Jahr auftreten.

Chinolone wirken in wechselndem Ausmaß an der DNA-Topoisomerase Typ II (Gyrase) und der DNA-Topoisomerase Typ IV. Dadurch wird die Spiralisierung der DNA verhindert, was sukzessiv die Chromosomenlänge der Bakterien-DNA steigert. Das bedeutet, dass die Chromosomenlänge der Bakterien-DNA zunimmt, wodurch der Raum in der Bakteriezelle nicht mehr ausreicht. Als Ergebnis kann die Bakterien-DNA nicht mehr korrekt abgelesen und damit repliziert werden. Das Bakterium stirbt ab.

Fluorchinolone sollen darüber hinaus auch durch andere, noch nicht vollends aufgeklärte Mechanismen wirken. Daher ist die alte Gruppenbezeichnung „Gyrasehemmer“ nicht mehr anzuwenden. Die Wirkung ist sekundär bakterizid, das heißt Fluorchinolone töten vor allem proliferierende Erreger ab. Man zählt sie zu den Breitbandantibiotika und sie werden gegen verschiedene bakterielle, teils auch lebensbedrohliche Infektionen eingesetzt.

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