COPD-Medikamente

Elebrato und Trelegy empfohlen APOTHEKE ADHOC, 30.09.2017 09:09 Uhr

Zulassungsempfehlungen für GSK: Demnächst könnten zwei Medikamente gegen COPD auf den Markt kommen. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - 

Husten, Bronchitis, Atembeschwerden können die Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sein. Für die Erhaltungstherapie könnten den Betroffenen demnächst zwei neue Arzneimittel zu Verfügung stehen.

Elebrato Ellipta und Trelegy Ellipta sind vordosierte Inhalationspulver mit den Wirkstoffen Fluticason, Umeclidinum und Vilanterol in den Stärken 92 µg/ 55 µg/ 22 µg. GlaxoSmithKline (GSK) hat von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für beide Präparate eine Zulassungsempfehlung ausgesprochen bekommen.

Beide Medikamente könnten demnächst zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer COPD indiziert sein, die durch die Kombination eines inhalativen Kortikosteroids und eines langwirkenden β2-Agonisten nicht ausreichend behandelt wurden.

Umeclidinium besitzt anticholinerge und bronchienerweiternde Eigenschaften. Der langwirksame Muskarinrezeptor-Antagonist hemmt kompetetiv die Bindung von Acetylcholin an den muskarinen Rezeptoren der glatten Muskulatur der Atemwege. Das Parasympatholytikum ist bereits als Monopräparat Incruse (GSK) und als Anoro (GSK) in Kombination mit Vilanterol auf dem Markt.

Vilanterol ist ein Derivat von Salmetrol und ein selektives langwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (LABA), das in Kombination mit dem Corticoid Fluticason verabreicht wird. In Deutschland hat GSK das Duo als Relvar Ellipta auf dem Markt. Die bronchienerweiternde Wirkung ist auf die Stimulation der intrazellulären Adenylatcyclase zurückzuführen. Das Enzym katalysiert die Umwandlung von Adenosintriphosphat (ATP) in zyklisches Adenosinmonophosphat (AMP). Erhöhte AMP-Spiegel verursachen eine Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur und hemmen die Freisetzung von Mediatoren der allergischen Sofortreaktion. Umeclidinium und Vilanterol müssen nur einmal täglich inhaliert werden.

Fluticason ist ein Kortikosteroid mit starker entzündungshemmender Wirkung. Der genaue Wirkmechanismus auf Asthma- und COPD-Symptome ist bislang nicht bekannt.

Die häufigsten Nebenwirkungen während der Behandlung sind laut EMA Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege und Kopfschmerzen. Der Nutzen der Arzneimittel liegt in der Verbesserung Lungenfunktion im Vergleich zu Budesonid/Formoterol, das zweimal täglich angewendet werden muss.