Lieferengpass

Dolormin extra fehlt auf unbestimmt Zeit APOTHEKE ADHOC, 21.08.2019 09:35 Uhr

Eigentlich sollte der Ausfall des Ibuprofen-Werks von BASF in Bishop nur drei Monate dauern. Ende Januar hatte der Konzern dann die mechanische Inbetriebnahme der Anlage erfolgreich abgeschlossen. Im nächsten Schritt wurden die Geräte und Verbindungen gereinigt. Alleine 25 Kilometer lang sind die Pipelines zwischen den einzelnen Einheiten, dazu kommen rund 150 Geräte, die für die Ibuprofen-Produktion notwendig sind. Entsprechend aufwändig waren die Kontroll- und Wartungsarbeiten. 350 zusätzliche Mitarbeiter waren beim Chemiekonzern damit beschäftigt, den Standort wieder ans Netz zu bekommen. Ab September soll dann nicht nur die bisherige Kapazität wieder erreicht werden, sondern zusätzliche Volumina produziert werden können.

Die anderen fünf Ibuprofen-Produzenten des Wirkstoffes (Active Pharmaceutical Ingredient, API) für den Weltmarkt sind derzeit Hubei Granules-Biocause und Shandong Xinhua aus China, Solara und IOLPC aus Indien sowie SI Group aus den USA. Die Marktanteile sind annähernd gleich verteilt, was für die Auslastung der gesamten Kapazitäten spricht. Jede der sechs Fabriken produziert zwischen 10 und 20 Prozent des gesamten Weltmarkts.

BASF ist nicht der erste Ibuprofen-Lieferant, bei dem die Produktionsstrecken über längere Zeit stillstehen. 2012 gingen bei Albemarle im Werk in Orangeburg, South Carolina, aufgrund eines Stromausfalls die Lichter komplett aus. Am Standort, an dem 300 Mitarbeiter beschäftigt sind und der jährlich rund 5200 Tonnen Ibuprofen liefert, musste in der Folge die Elektrizität umfassend erneuert werden. Später lag die Produktion noch zweimal kurzfristig wegen Bränden still. Seit 2014 gehört die Fabrik zur SI Group, die vom Finanzinvestor SK Capital Partners übernommen wurde.

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