Die Apotheke, die Bescheid wusste

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Saur kann auch die Kritik des Apothekers und vieler Eltern am Krisenmanagement des Gesundheitsamtes nicht verstehen. Seiner Auffassung nach ist die Versorgung mit Eremfat „optimal“ gelaufen. „Besser hätte es aus meiner Sicht nicht laufen können“, sagte er. Sowohl die Eltern als auch der ärztliche Bereitschaftsdienst seien darüber informiert gewesen, dass das seltene Medikament in seiner Rewe-Apotheke in ausreichenden Mengen vorhanden sei.

Im Laufe des Samstags hat der Apotheker eigenen Angaben nach etwa 70 Säfte abgegeben. Kein Kunde sei ohne das Medikament aus seiner Apotheke nach Hause geschickt worden. „Der letzte ist noch am Samstag um 21:30 Uhr in die Apotheke gekommen“, so Saur. Am Montag nach dem turbulenten Wochenende habe er mit dem Gesundheitsamt gesprochen und erfahren, dass alle Kinder mit Eremfat versorgt wurden und kein weiterer Bedarf bestehe.

Anders als Müller, der kritisierte, dass das in Heppenheim ansässige Gesundheitsamt weder am Freitag noch nach Bestätigung der Meningokokken-Infektion samstags Kontakt zu Apotheken vor Ort aufgenommen habe, gibt Saur an, bereits seit Freitagabend im Austausch mit dem Gesundheitsamt gestanden zu haben. Allerdings konnte der Apotheker nicht mehr sagen, von wem die Initiative für die Kontaktaufnahme ausging.

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