Demenzimpfstoff zur Vorbeugung und Behandlung?

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Derzeit sind mehrere Impfstoffe gegen Alzheimer in der Entwicklung: Im Oktober hatte das Biotech-Unternehmen Axon Neuroscience neue Ergebnisse der Phase-II-Studie für „AADvac1“ bekanntgegeben, den ersten Impfstoff seiner Klasse, der das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen soll. Axon untersuchte AADvac1 an 196 Patienten in acht europäischen Ländern über einen Zeitraum von 24 Monaten, um die krankheitsmodifizierende Wirkung des Impfstoffs zu belegen und die Gestaltung zukünftiger Bestätigungsstudien zu unterstützen.

Der Impfstoff nutzt das Immunsystem des Körpers, um spezifische Antikörper gegen „ungesundes Tau“ zu produzieren. In der Phase-II-Studie erwies sich die Behandlung als hochwirksam bei der Induktion einer Immunantwort: 98,2 Prozent der Patienten erzeugten Antikörper gegen pathologisches Tau. Der Impfstoff soll sowohl die Bildung von „ungesunden" Tauklumpen als auch die Ausbreitung der bereits gebildeten Klumpen bekämpfen. Viele andere Forschungsansätze beschäftigten sich bisher in erster Linie nur mit der Bekämpfung der bereits entstandenen Verklumpungen. Die Studien zeigten, dass AADvac1 zudem zwischen normalem und ungesundem Tau unterscheiden kann: Dadurch wird sichergestellt, dass nur das schädliche Tau gezielt angegriffen wird. Der Impfstoff soll die Alzheimer-Krankheit auch in ihren präsymptomatischen Stadien bekämpfen können, die bereits 10 bis 20 Jahre vor dem Auftreten der ersten klinischen Symptome beginnen.

Bei einer Demenzerkrankung werden nach und nach Nervenzellen im Gehirn zerstört, was zu einem Verlust der geistigen Fähigkeiten führt. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Das macht eine gezielte Prävention von Demenzerkrankungen besonders schwierig. Einige Faktoren können jedoch das Risiko mindern, an Demenz zu erkranken: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, niedrige Cholesterinspiegel und ein gut eingestellter Blutdruck sind Faktoren, die selbst beeinflusst werden können und eine gute Basis liefern, nicht an Demenz zu erkranken. Ein ganz natürlicher Vorgang ist hingegen die Abnahme der Fähigkeit zur Bildung neuer Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen mit zunehmendem Alter.

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