Risikofaktoren meiden

Demenz gezielt verhindern Alexandra Negt, 21.09.2020 13:47 Uhr

Beeinflussung bereits im Kindesalter

Schon innerhalb der Kindheit kann das Risiko einer späteren Demenzentwicklung beeinflusst werden. Die Analyse legt dar, dass der Zugang zu Bildung im Kindes- und Jugendalter das spätere Risiko um 7 Prozent senkt. Der Effekt der Bildung ist bis zum 20. Lebensjahr am höchsten. Dennoch: Lebenslanges Lernen sei wichtig und würde die geistige Aktivität weiterhin fördern. Auch hier zeigte sich, dass Menschen mit einem höheren Bildungsniveau eher dazu neigen, auch im Alter neue Sachen zu lernen und sich fortlaufend fortzubilden.

Schwerhörigkeit behandeln

Im mittleren Lebensalter ist der größte Risikofaktor die Schwerhörigkeit. Die Forscher fanden heraus, dass bis zu 7 Prozent aller Demenzerkrankungen in dieser Altersklasse aufgrund einer Schwerhörigkeit entstanden sind. Die Ätiologie dahinter ist noch unbekannt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Gründe für den Hörverlust Zusammenhänge mit Demenz aufweisen. Menschen, die im mittleren Lebensalter an Hörvermögen verlieren, leiden meist auch unter einem stärkeren Volumenverlust im Temporallappen. Hier liegt auch der Hippocampus und der entorhinale Kortex. Diese Gehirnregionen sind unter anderem für das Lernen verantwortlich. Als Folge der Schwerhörigkeit sind soziale Isolation durch generelle Probleme bei der Kommunikation zu nennen. Durch die Verwendung eines Hörgerätes kann das Risiko wieder gesenkt werden.

Die Klassiker – Rauchen & Übergewicht

Ab einem Alter von 65 Jahren können bis zu 5 Prozent aller Demenzerkrankungen auf den Nikotinkonsum zurückgeführt werden. Die Daten zeigen jedoch auch, dass sich ein Rauchstopp auch nach Jahrzehnten des Konsums lohnt: Auch bei Menschen, die erst im höheren Lebensalter mit dem Rauchen aufhören, sinkt das Demenzrisiko deutlich. Gleiches gilt für Adipositas. Auch hier lohnt sich die Gewichtsreduktion unabhängig vom Alter. In der Gesamtanalyse sind nur 1 Prozent aller Demenzerkrankungen auf Adipositas zurückzuführen. Für Deutschland gilt eine Prävalenz von ungefähr 18 Prozent – Übergewicht könnte hierzulande somit für mehr Diagnosen verantwortlich sein.

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