Demenz durch Anticholinergika?

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Während der Studie erkrankte fast jeder vierte Proband an einer Demenz, davon 79,9 Prozent an Alzheimer. Die Wahrscheinlichkeit stieg auch hier mit der kumulativen Dosis eingenommener Anticholinergika an: Hatten die Patienten 91 bis 365 standardisierte Tagesdosen eingenommen, erhöhte sich das Demenzrisiko um 19 Prozent, bei ein- bis dreijähriger Einnahme um 23 Prozent und bei einer Einnahme länger als drei Jahre um 54 Prozent. Es konnte außerdem gezeigt werden, dass kognitive Beeinträchtigungen durch Anticholinergika nicht reversibel sind.

Anticholinergika werden gegen eine ganze Reihe von Beschwerden eingesetzt: Ipratropium und Tiotropium haben ihr Einsatzgebiet in der Behandlung der COPD, Tolterodin und Oxybutynin werden bei Reizblase verordnet. Auch gegen Krämpfe (Butylscopolamin) und als Diagnostikum (Atropin, Scopolamin) werden die Hemmstoffe des Parasympathikus angewendet. Sie bewirken eine Abnahme des Tonus der glatten Muskulatur des Gastrointestinaltraktes, der ableitenden Harnwege und der Bronchialmuskulatur. Außerdem kommt es zur Hemmung der Speichel-, Magensäure-, Bronchial- und Schweißsekretion, sowie zu einer Steigerung der Herzfrequenz und einer Pupillenerweiterung.

Bei einer Demenzerkrankung, werden nach und nach Nervenzellen im Gehirn zerstört, was zu einem Verlust der geistigen Fähigkeiten führt. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Das macht eine gezielte Prävention von Demenzerkrankungen besonders schwierig. Einige Faktoren können jedoch das Risiko mindern, an Demenz zu erkranken: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, niedrige Cholesterinspiegel und ein gut eingestellter Blutdruck sind Faktoren die selbst beeinflusst werden können und eine gute Basis liefern, nicht an Demenz zu erkranken. Ein ganz natürlicher Vorgang ist hingegen die Abnahme der Fähigkeit zur Bildung neuer Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen mit zunehmendem Alter.

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